Kommentieren

Tagungsziele

04.05.2011, 09:00 Uhr

Business in Singapur

von Jan-Aslak Stannies

Langweilig war gestern. Heute zählt Singapur zu den buntesten und modernsten Staaten überhaupt. Tolle Hotels, kurze Wege, viele Attraktionen – bestens für Events geeignet.

Ganesha, ein Kind mit Elefantenkopf, steht bei den Hindus für das Göttliche.
Foto: STB

Einen Kosenamen gibt es noch nicht für das neue Wahrzeichen der Stadt. Es erinnert an einen Fisch auf einer Gabel – oder an ein dreibeiniges Schiff. Auf jeden Fall sind die drei grausilbrigen Türme des Marina Bay Sands Hotel, die ein Dach verbindet, mächtig imposant.

Das 2010 eröffnete Riesenhotel mit seinen 2500 Zimmern, Kasino, Musicaltheater, Einkaufszentrum und größtem Konferenzcenter der Stadt symbolisiert den Aufbruch in eine neue Ära: Singapur ist nicht mehr die mausgraue Stadt, die man an drei Tagen erleben kann. Auch wenn der Stadtstaat noch immer für strenge Gesetze und enorme Sauberkeit steht: Er ist alles andere als „langweilig“.

Medizin und Bildung bestens

Singapur hat in den 45 Jahren seiner Eigenständigkeit viel erreicht: Bildungssystem und medizinische Versorgung sind vorbildlich. Mehr als 7000 internationale Unternehmen sitzen hier, und die Wirtschaft des Tigerstaats kam glimpflich durch die Krise. Neben seinem Ruf als eines der wichtigsten Finanz- und Handelszentren Asiens sind Maschinenbau und Biotechnologie die Wachstumsbranchen. Der Flughafen Changi ist wichtigstes Drehkreuz Asiens, und in keinem Hafen der Welt werden mehr Container umgeschlagen als in Singapur. Wirtschaft, die andere Wirtschaft anlockt: Fast drei Millionen Geschäftsreisende kamen 2010 in den Stadtstaat, und mehr als 6000 Business-Events finden jährlich in hochmodernen Einrichtungen wie dem Marina Bay Sands statt.

All dies hätte sich Sir Thomas Stamford Raffles kaum vorstellen können, als er 1819 an der Mündung des heutigen Singapore River an Land ging. Eher blieben seine Stiefel im Morast der Mangrovensümpfe stecken: Außer einem ärmlichen Fischerdorf war die Gegend unbewohnt. Der britische Handelsagent kaufte dem Sultan die gesamte Insel ab und erbaute einen Handelsposten, der in nur 30 Jahren auf 100.000 Einwohner anwuchs und 1867 zur britischen Kronkolonie wurde.

Farbenfrohe Fassaden

Multikulti gab’s Anfang der 1820er-Jahre noch nicht – Raffles wies den chinesischen, malaysischen, indischen, arabischen und europäischen Einwanderern getrennte Quartiere zu. Im heutigen Chinatown und Kampong Glam, wo die muslimischen Händler unterkamen, stehen noch viele der alten Läden. Sie beherbergen heute Cafés, Restaurants, Boutiquen und Möbelläden.

Besonders die pittoresken Straßenzeilen rund um die prächtige Sultan-Moschee in Kampong Glam zeigen die gemütliche Seite Singapurs. Die von Palmen umsäumten farbenfrohen Fassaden könnten so auch in der Karibik stehen. In den Straßencafés entspannen sich die Menschen bei einer Wasserpfeife, auch eine Bierbar findet sich schnell. Und gerade weil Singapur ansonsten ein blitzsauberer Ort ist, fallen die Graffiti sofort auf.

Ganz anders in Chinatown. Sogar hinter den kleinen Läden sieht es aus, als sei gerade eine Putzkolonne vorbeigekommen. Drei Viertel der 4,6 Mill. Einwohner Singapurs sind chinesischen Ursprungs. Rund um den Sri-Mariamman-Tempel von 1827 hat sich ihre traditionelle Kultur erhalten – trotz der vielen üblichen Souvenirstände.

In der chinesischen Markthalle herrscht am Mittag nur noch gemächliches Treiben, die Händler wischen ihre Stände und Garküchen sorgfältig aus. Die Hygienevorschriften in Singapur sind streng, und so ist zwischen den Auslagen mit geschlachteten Hühnern und den mit Riesenkrabben gefüllten Aquarien alles blitzsauber. Gewöhnungsbedürftig sind nur die Frösche, die gleich kistenweise auf einen Käufer warten.

Doch auch in Chinatown hält das moderne Leben Einzug: etwa in Form gemütlicher Boutique-Hotels, die eine Alternative zu den großen Häusern der internationalen Marken bilden. Die MICE-Kapazitäten, die Singapur bereithält, sind beachtlich: Derzeit gibt es 40.000 Hotelzimmer mit stabilen Preisen in der Stadt, 2000 weitere kommen noch hinzu. Auch das ein verlockendes Argument für Veranstaltungsplaner!

 
 
1 spacer 2

Teilen Sie diesen Artikel (Hilfe): Social Bookmarks

© 2012 Verlag Dieter Niedecken GmbH, Alle Rechte vorbehalten