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Travel Management

10.10.2011, 15:35 Uhr

Best Practice Vorwerk

von Oliver Graue

Seit 14 Jahren betreibt der Wuppertaler Direktvertriebs-Spezialist professionelles Geschäftsreise-Management – mit großem Sparerfolg. Nun steht das Unternehmen vor neuen Aufbrüchen.

Seit 1997 leitet Gerhard Kaminski das Travel Management der Vorwerk KG in Wuppertal.
Foto: Vorwerk

Alltag sieht anders aus. Seit 14 Jahren leitet Gerhard Kaminski das Travel Management beim Wuppertaler Familienunternehmen Vorwerk – über einen Mangel an Veränderungen, Auf- und Umbrüchen kann er nicht klagen. „Momentan geht alles in Richtung Internationalisierung, die Zeit ist reif“, sagt er und versprüht eine Lust, die mit Routine wenig zu tun hat. Dicht sind die Aufgabenpläne Kaminskis, der Gymnasiallehrer hatte werden wollen, nun aber seit einem Vierteljahrhundert in den Diensten des Traditionsbetriebs steht.

Schwer für Mittelständler

Vieles hat sich seither geändert. Und vieles ändert sich jetzt. Auch ein Mittelständler wie Vorwerk ist global unterwegs, hat Töchter in Asien, den USA und Mexiko. Keine leichte Aufgabe, das Travel Management zu internationalisieren. „Nicht deshalb, weil die Ländergesellschaften nicht mitziehen, manche wollen das sogar ausdrücklich, um zu sparen“, sagt Kaminski. „Das Problem sind die Anbieter. Die haben in jedem Land ihre eigenen Profitcenter, und Leute, die das Ganze sehen, gibt es meist nicht.“ Doch auch wenn es „uns Mittelständlern schwer gemacht wird“, so Kaminski, „wir lassen uns nicht abschrecken.“

Vorher

Ein Fachartikel über Travel Management und seine Einsparmöglichkeiten in einer Zeitschrift brachte Vorwerk 1997 dazu, selbst eine entsprechende Projektgruppe einzurichten. Projektleiter war Gerhard Kaminski, dem anschließend auch die Stelle des Travel Managers bei dem Wuppertaler Traditionsbetrieb übertragen wurde.

Nachher

Aufgaben wie Reiserichtlinien formulieren sowie Kreditkarte, Reisebüro-Partner und Online-Buchung einführen hat Kaminski lange hinter sich. Seine Erfolge misst er monatlich anhand von Kennziffern, und auch 2011 konnte er gegenüber 2009 und 2010 weiter einsparen. Wichtigstes Thema heute ist die Internationalisierung.

Nach der Schweiz will er 2011 weitere ein bis zwei Länder ins Travel-Programm integrieren – und das reicht von der einheitlichen Buchungssoftware über die gemeinsame Firmenkreditkarte bis zum Controlling. „Das ist für mich das Wichtigste überhaupt“, sagt Kaminski: „Ich will genau wissen, wie sich das Buchungsverhalten und damit die Preise ändern.“ Einmal im Monat berechnet er mit Hilfe eines detaillierten Reportings mehrere Kennziffern. Und die sieht nicht nur der Vorstand. Aus der „Travel News“ – einer ansprechend gestalteten Online-Zeitung – erfahren alle Reisenden, wie gut sie gebucht haben und wo Verbesserung nötig ist. Die Vorausbuchungsfrist ist für Kaminski ein wichtiger Hebel, aber auch die verstärkte Nutzung restriktiver Flugtarife und von Umsteigeflügen.

Weitere Themen bewegen ihn. „Wir wollen einen einheitlichen technischen Prozess im Travel Management schaffen“, erklärt er. „Unsere Reisenden sollen nur noch ein einziges Eingangstor für ihre Anfragen haben – egal, ob es sich um Online- oder Reisebüro-Buchungen, um Hotelreservierungen oder Kostenabrechnungen handelt.“ Sämtliche Daten möchte er auf diese Weise konsolidieren.

Alles ist das noch nicht. Als Teilprojektleiter Sicherheit arbeitet er derzeit an Richtlinien für alle Ländergesellschaften. Ein dringliches Thema – Vorwerk-Mitarbeiter sind oft in Risiko-Ländern wie Russland, Brasilien und Mexiko unterwegs. Und wer einen Blick auf den Projektplan des Travel Managers wirft, erkennt weitere Themen – bis hin zum Tagungsmanagement. Routine? „Weit davon entfernt“, sagt Kaminski und lacht.

Erfolge mit Kobold und Thermomix

Die Vorwerk & Co KG ist ein 1883 gegründetes Familienunternehmen. Sitz ist Wuppertal. Kerngeschäft ist der Direktvertrieb von Haushaltsprodukten (zum Beispiel Staubsauger Kobold, Küchenmaschine Thermomix), dazu Kosmetika (Jafra), die akf-Bank und Hectas-Gebäudedienste. Die 620.000 Mitarbeiter in 60 Ländern erwirtschafteten 2010 einen Umsatz von 2,4 Mrd. Euro.

Gerhard Kaminski arbeitet seit 25 Jahren bei Vorwerk. Zunächst kümmerte er sich ums Fach- und Führungskräftetraining, seit 1997 leitet er das internationale Travel Management. Dieses gehört seit 2010 zur Einkaufsabteilung.

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