Seit 14 Jahren betreibt der Wuppertaler Direktvertriebs-Spezialist professionelles Geschäftsreise-Management – mit großem Sparerfolg. Nun steht das Unternehmen vor neuen Aufbrüchen.
Alltag sieht anders aus. Seit 14 Jahren leitet Gerhard Kaminski das Travel Management beim Wuppertaler Familienunternehmen Vorwerk – über einen Mangel an Veränderungen, Auf- und Umbrüchen kann er nicht klagen. „Momentan geht alles in Richtung Internationalisierung, die Zeit ist reif“, sagt er und versprüht eine Lust, die mit Routine wenig zu tun hat. Dicht sind die Aufgabenpläne Kaminskis, der Gymnasiallehrer hatte werden wollen, nun aber seit einem Vierteljahrhundert in den Diensten des Traditionsbetriebs steht.
Vieles hat sich seither geändert. Und vieles ändert sich jetzt. Auch ein Mittelständler wie Vorwerk ist global unterwegs, hat Töchter in Asien, den USA und Mexiko. Keine leichte Aufgabe, das Travel Management zu internationalisieren. „Nicht deshalb, weil die Ländergesellschaften nicht mitziehen, manche wollen das sogar ausdrücklich, um zu sparen“, sagt Kaminski. „Das Problem sind die Anbieter. Die haben in jedem Land ihre eigenen Profitcenter, und Leute, die das Ganze sehen, gibt es meist nicht.“ Doch auch wenn es „uns Mittelständlern schwer gemacht wird“, so Kaminski, „wir lassen uns nicht abschrecken.“
Nach der Schweiz will er 2011 weitere ein bis zwei Länder ins Travel-Programm integrieren – und das reicht von der einheitlichen Buchungssoftware über die gemeinsame Firmenkreditkarte bis zum Controlling. „Das ist für mich das Wichtigste überhaupt“, sagt Kaminski: „Ich will genau wissen, wie sich das Buchungsverhalten und damit die Preise ändern.“ Einmal im Monat berechnet er mit Hilfe eines detaillierten Reportings mehrere Kennziffern. Und die sieht nicht nur der Vorstand. Aus der „Travel News“ – einer ansprechend gestalteten Online-Zeitung – erfahren alle Reisenden, wie gut sie gebucht haben und wo Verbesserung nötig ist. Die Vorausbuchungsfrist ist für Kaminski ein wichtiger Hebel, aber auch die verstärkte Nutzung restriktiver Flugtarife und von Umsteigeflügen.
Weitere Themen bewegen ihn. „Wir wollen einen einheitlichen technischen Prozess im Travel Management schaffen“, erklärt er. „Unsere Reisenden sollen nur noch ein einziges Eingangstor für ihre Anfragen haben – egal, ob es sich um Online- oder Reisebüro-Buchungen, um Hotelreservierungen oder Kostenabrechnungen handelt.“ Sämtliche Daten möchte er auf diese Weise konsolidieren.
Alles ist das noch nicht. Als Teilprojektleiter Sicherheit arbeitet er derzeit an Richtlinien für alle Ländergesellschaften. Ein dringliches Thema – Vorwerk-Mitarbeiter sind oft in Risiko-Ländern wie Russland, Brasilien und Mexiko unterwegs. Und wer einen Blick auf den Projektplan des Travel Managers wirft, erkennt weitere Themen – bis hin zum Tagungsmanagement. Routine? „Weit davon entfernt“, sagt Kaminski und lacht.