Gepäck kostet extra! Dass Fluggesellschaften immer neue und immer höhere Gebühren ersinnen, ist nicht nur Firmenkunden ein Dorn im Auge. Noch stärker merkt dies Heinz-Erhard Knabe, Travel Manager der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.
Für bis zu 300 Missionare organisiert er jährlich Flüge. Und weil ein Missionseinsatz der Mormonen, wie die Kirchenmitglieder zumeist genannt werden, zwei Jahre dauert, wiegt das Gepäck natürlich weitaus mehr als die erlaubten 23 Kilo. Mit British Airways gibt es zwar eine Sondervereinbarung, „ansonsten müssen wir in den sauren Apfel beißen“, sagt Knabe. Grundsätzlich bucht die Kirche ihre Flüge über den Reisebüro-Partner CWT, typische Rennstrecken gibt es nur wenige – ab Frankfurt etwa zu den anderen Europa-Büros nach Birmingham, Manchester, Mailand, Madrid, Lissabon und Thoiry bei Genf.
Vor allem die 15 bis 20 ehrenamtlich tätigen lokalen Autoritäten steuern diese Ziele regelmäßig an, während die drei europäischen Präsidenten auch mal zu Konferenzen nach Salt Lake City in den USA unterwegs sind, der Zentrale der Mormonen. Gereist wird in der Economy Class, Ausnahmen gelten nur für Vielflieger. Für Hotels schließlich hat Knabe Kostenlimits definiert. Missionare allerdings verbringen ihre zweijährigen Aufenthalte nicht im Hotel – sondern in eigens von der Kirche angemieteten kleinen Wohnungen.