Travel Management

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Tücken der Globalisierung

Viele Konzerne haben ihr Travel Management längst internationalisiert – und inzwischen wieder regionalisiert. Nun hat das Thema auch den Mittelstand erreicht. Doch wie klug sind weltweit einheitliche Regeln wirklich?

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von Oliver Graue, 14.11.2016, 09:00 Uhr
Weltweite Transparenz: ein Ziel von Globalisierung.
Foto: Alamy Stock Photo

Ruhpolding und Rio, Schwäbisch Gmünd und Schanghai – das schließt sich nicht aus. „Uns erreicht kaum noch eine Ausschreibung ohne internationale Aspekte“, sagt Klaus Henschel, Chef der Lufthansa City Center, die sich als dezidiert mittelständisch betrachten. „Viele Firmen fragen das nur vorbeugend. Doch ohne globale Angebote haben Sie heute keine Chance mehr.“ Längst ist der deutsche Mittelstand, oft als Marktführer in seinem Segment, weltweit unterwegs. Und immer häufiger will er auch für sein Travel Management eine weltweite Lösung. Die muss sein Reisebüropartner ihm bieten.

Eine zweite Welle der Globalisierung, so scheint es, hat die Branche erreicht. Nach den Großen setzen zunehmend die KMU auf internationale Vereinheitlichung – trotz aller Proteste gegen TTIP und Ceta, trotz Brexit, trotz Trumpschem Wettern gegen den globalen Handel. Das Gute: Aus den Fehlern, welche vor Jahren die Konzerne begangen haben, können sie lernen. Das Schlechte: Nicht alle machen das. „Wir sollen jetzt global machen, möglichst sofort“, berichtet ein Travel Manager aus Westfalen. Anweisung von oben!

Keine gute Idee – halten dem die Branchenexperten entgegen. Denn global geht zum einen nicht schnell, zum anderen bleiben nicht selten erhoffte Sparerfolge oft aus. „Ein globales Travel Management lässt sich nicht ruck, zuck umsetzen“, sagt Travel-Management-Beraterin Liane Feisel (Feisel Consulting). „Und es braucht ein Mandat.“ Ganz wichtig: Wer internationalisieren will, sollte sich genau überlegen, warum er es tun will. Zudem sollten die Länder mit den großen Reiseetats von Anfang an ins Projekt eingebunden werden.

Ebenso wichtig ist die klare Strategie. „Allein vom Schreibtisch aus lässt sich nicht globalisieren“, sagt Liane Feisel. An persönlichen Besuchen in den betreffenden Ländern und Treffen mit den einzelnen Ländergesellschaften kommen die Unternehmen nicht vorbei. Der Travel Manager muss reisen – und das recht intensiv. Dabei reicht es nicht, einfach die Fragen- und Maßnahmenkataloge untern Arm zu nehmen; oft helfen nur persönliche Beziehungen zu den Verantwortlichen weiter. Ein einziger Besuch reicht da nicht. „Zeit, Geduld und Kohletabletten“ nennt Berater Jörg Martin (CTC) die Voraussetzungen. Denn wenn tatsächlich ein Reisedienstleister gefunden ist und dieser in allen Staaten implementiert werden muss, stehen erneut Business-Trips an. Kohletabletten braucht es aber meist nur für Indien.

 
 
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