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Regional statt global

Regional statt global – so könnte ein Ausweg aus dem Dilemma lauten. „Eine bessere Lösung kann es sein, beispielsweise pro Kontinent den jeweils besten Partner einzuführen – statt weltweit alles über einen Kamm zu scheren“, schlägt Liane Feisel vor. Eine absolute Erfolgsgarantie ist aber auch dieses System nicht unbedingt, und nicht immer sind Kontinente die passende Bemessungsgrundlage. Denn befindet sich das für Südamerika zuständige Büro in Brasilien, „wird dies bei den Argentiniern meist nicht auf Freude stoßen“, warnt Zimmermann. Und umgekehrt vermutlich ebensowenig.

Auch das gehört zum Fingerspitzengefühl: Welche Länder können gar nicht miteinander? Wie lassen sich trotzdem Lösungen finden? Überhaupt muss die sogenannte interkulturelle Kompetenz Bestandteil jeder Internationalisierung sein (siehe Grafik). Auf ihr wiederum basieren die Kommunikationskonzepte, die für jedes Land getrennt aufgesetzt werden müssen.

Für Liane Feisel kann es neben einer strikten Vorgabe daher auch ein Weg sein, den einzelnen Ländern die Wahl des Reisebüros selbst zu überlassen. Bedingung: Die Büros müssen die vom Travel Management vorgegebenen globalen Service-Levels erfüllen und valide Daten für ein Reporting bereitstellen können. Zudem müssen die Töchter ihre lokal verhandelten Verträge mit Airlines und Hotels an die Zentrale liefern, so dass alle Mitarbeiter die Konditionen nutzen können. „Bei einem Kunden führte dieses Lange-Leine-Prinzip neben der Transparenz zu einer großen Zufriedenheit“, so die Wahl-Hamburgerin: „Ein Erfolg, der langfristig meist einen größeren Mehrwert stiftet als eine feste Einsparsumme.“

Und wem vor allem die Daten wichtig sind, der kann einen seiner Reisebüropartner als sogenannte Master-Agentur definieren: Sämtliche Büros müssen ihre Buchungsangaben dann an diese weiterleiten. Alternativ greift man zu einem speziellen Datenkonsolidierer oder gelangt zu den Angaben über eine weltweit genutzte Kreditkarte.

Daten konsolidieren

Will man die Reiserichtlinie globalisieren, raten Beobachter zu einer Umbrellalösung: Nur wichtige Grundsätze werden festgeschrieben; jedes Land darf jedoch strengere Regeln beschließen. Vor Fehlschüssen ist aber auch hier keine Firma gefeit. Beispiel: Die Schirmrichtlinie sieht vor, dass in Zukunft „erst“ ab acht Stunden die Business Class genutzt werden darf. „Das kann schnell jede Spar-Absicht unterlaufen“, warnt Andrea Zimmermann, „dann nämlich, wenn in manchen Ländern auch ab acht Stunden bisher die Economy Class Pflicht ist.“ Daher gilt auch hier: Travel Manager benötigen nicht nur die weltweiten Reisedaten der Töchter, sondern auch ihre Reiserichtlinien und Prozessbeschreibungen.

Ganz zu schweigen von den teilweise massiven Unterschieden im Steuerrecht der einzelnen Staaten. Sie wünschen einen globalen Anbieter, der die Abrechnung im Outsourcing übernimmt? Vorsicht: Manche Länder verbieten es, dass Belege die Grenzen verlassen. Anderswo wiederum sind bestimmte Erklärungen, die bei uns undenkbar wären, unabdingbar für die Reiserichtlinie – etwa, dass das Unternehmen nicht haftet, wenn der Geschäftsreisende mit Alkohol oder per Handy telefonierend am Steuer erwischt wird.

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