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Wie reist eine Meeresbiologin?

Damit verblüfft sie die Zollbeamten am Hamburger Flughafen immer wieder: Dr. Barbara Niehoff trägt oft einen Probencontainer bei sich, der einer Bombe ähnelt und der sich nicht durchleuchten lässt.

von Sabine Neumann, 11.04.2016, 09:00 Uhr
Der Forschungseisbrecher „Polarstern“ (Stapellauf 1982) auf dem Weg durchs Eismeer, hier über den Bereich der sogenannten Aurora-Hydrothermalquellen am westlichen Gakkelrücken im Arktischen Ozean. Das in Staatsbesitz befindliche und vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) betriebene Schiff sammelt wichtige Forschungsdaten in Arktis und Antarktis. Dabei kann es Proben aus bis zu 10.000 Meter Tiefe nehmen.
Foto: Alfred-Wegener-Institut/Stefanie Arndt

„Während ich in Norwegen damit meist problemlos durchgewinkt werde, sind die deutschen Zöllner ein wenig irritiert“, sagt die Meeresbiologin, die mehrmals im Jahr im Auftrag des Alfred-Wegener-Instituts/ Helmholz-Zentrums für Polar-und Meeresforschung unterwegs ist und in den Polarregionen forscht. Spitzbergen ist für die 50-Jährige schon eine Art zweite Heimat geworden; die Anreise kann schon mal zwölf Stunden dauern. „Ich fliege von Hamburg nach Kopenhagen, weiter nach Oslo“, erzählt sie. „Dann geht es nach Tromsö, und endlich erreiche ich Longyearbyen, die Hauptstadt von Spitzbergen.“ Dort begibt sie sich auf den Eisbrecher „Polarstern“, der eigens für die wissenschaftliche Arbeit im Eismeer konzipiert wurde. Dort erforscht sie das Verhalten der Unterwassertierwelt, etwa der Krebsart Copepoden. Ihr spezielles Einsatzgebiet ist die Framstraße zwischen Spitzbergen und Grönland, eine einzigartige Verbindung zwischen den Ozeanen. „Hier ist es auch im Winter bei minus 20 Grad wunderschön“, schwärmt die Münsteranerin, die Eisbären ebenso beobachten konnte wie Walrosse. Und wenn die Forscherin Niehoff nicht auf der „Polarstern“ ist, bleibt sie in Longyearbyen, um an der dortigen Uni wissenschaftlich zu arbeiten. Mit im Reisegepäck hat sie stets eine Menge Lesestoff.

Foto: Alfred-Wegener-Institut/Stefanie Arndt

Von Bremerhaven in die Arktis

Dr. Barbara Niehoff bestimmt als Biowissenschaftlerin des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven verschiedene Lebewesen und analysiert unter anderem deren Verhaltensweisen. Besonders interessieren die Wissenschaftler die Stoffkreisläufe und Energieflüsse in den Ökosystemen der Polarregionen und der Schelf- und Küstengebiete der Nordsee. Wichtigste mobile Forschungsplattform ist die „Polarstern“, die als eines der leistungsfähigsten Polarforschungsschiffe der Welt gilt. Die „Polarstern“ ist im Besitz der Bundesrepublik und an 310 Tagen im Jahr auf See unterwegs. Gewöhnlich bereist sie zwischen November und März die Antarktis und im Sommer die Arktis.

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