Neujahr
20.12.2011, 17:18 Uhr
Guter Vorsatz – schlechter Vorsatz
Von Oliver Graue
Ich rauche nicht. Ich trinke nicht viel Alkohol. Und ich treibe Sport. Naja, zumindest trage ich seit einigen Monaten die Mitgliedskarte eines renommierten Fitness-Studios in meiner Brieftasche. Das Ganze klingt also ziemlich perfekt, stellt mich aber vor ein gravierendes Problem: Welche guten Vorsätze gibt es noch, die ich mir fürs kommende Jahr machen könnte?
Abnehmen? Das klappt nie und nimmer! Dazu schmecken mir Schokolade, Marzipan und insbesondere Bananen-Toffee-Torte (mmmh!) einfach viel zu gut. Ordnung halten? Aussichtslos! Weniger Geschäftsreisen? Geht nicht. Und ist außerdem ja doch irgendwie spannend.
Vielleicht sollte ich mir an der Chemnitzerin Theresa Voigt ein Beispiel nehmen: Ins Jahr 2011 war sie mit dem Vorsatz gestartet, jeden Tag ein guter Mensch zu sein. Und sie hat dies in einem Internet-Blog dokumentiert.
Doch ob es die geschenkte Kinokarte für eine an der Kasse hinter ihr wartende Person war, die rote Pappnase im Gesicht oder das edle Deospray für die nette Bibliothekarin: Viele der nett gemeinten Gaben und Einfälle kamen weniger gut an als gedacht. Meist waren die Menschen eher befremdet als erfreut.
Kein Wunder also, dass die junge Frau ihrer selbst verordneten Philanthropie am Ende höchst überdrüssig war und nur einen Wunsch hatte: mal so richtig fies zu sein. Total garstig eben, wunderbar hinterhältig. Total verschlagen.
Ha! Ich glaub, ich weiß jetzt, was ich mir vornehme. Für gute Taten bleibt schließlich auch 2013 noch genügend Zeit.
IHNEN, LIEBE LESERINNEN UND LESER, WÜNSCHE ICH ALLERDINGS RICHTIG SCHÖNE WEIHNACHTSTAGE UND EINEN GUTEN RUTSCH INS NEUE JAHR!