Ukraine

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Eine Schatzkammer namens Kiew

Prunkvoll und spannend präsentiert sich die Hauptstadt der Ukraine, auch in Zeiten der Krise. Für Veranstaltungsplaner ist die Stadt ein echter Geheimtipp. Auch Geschäftsreisende sollten daher etwas Zeit für Besichtigungen einplanen.

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von Oliver Graue, 11.08.2017, 11:46 Uhr
Das Herz von Kiew: der Maidan. Hier fand auch die Revolution gegen den pro-russischen Herrscher Janukowitsch statt.
Foto: Thinkstock

Freitagabend, 20 Uhr: Die Gegend rund um den Prachtboulevard Chreschtschatyk füllt sich mit Menschen. In den vielen Bars und Cafés sitzen vor allem junge Leute, und die Warteschlangen vor den Kinos und den Kassen der Supermärkte werden immer länger. Man unterhält sich lebhaft, lacht, und manch ein Teenie trägt seine kleine Katze auf dem Arm. Das dürfte allerdings das einzig Ungewöhnliche sein, was Kiew-Besuchern auffällt. Ansonsten könnte sich der freitägliche Trubel genau so auch in jeder anderen europäischen Millionenstadt abspielen.

Und doch hat sich vieles geändert im Land. Wenn Ludmilla, Touristenführerin seit 35 Jahren, ihre Gäste durch Kiew steuert, seufzt sie immer wieder kurz auf. „Ach, unsere Ukraine“, sagt sie dann – als würde es sich um einen geliebten Menschen handeln, dem es derzeit nicht gut geht. „Die Zeiten sind hart“, fügt sie manchmal noch hinzu, in fast einwandfreiem Deutsch, „aber das Leben geht weiter.“

Die Ukraine steuert durch schweres Wasser. Wirtschaftliche und soziale Probleme machen den Menschen zu schaffen, die Lebensmittelpreise steigen, und manch ein Rentner kann von seinen Bezügen gerade einmal das Gas zum Heizen seiner Wohnung bezahlen.

Enormer Touristenrückgang

Jahrelanges Missmanagement und Korruption sind daran schuld, in erster Linie jedoch die Krise, in die Russlands Präsident Wladimir Putin das Nachbarland geführt hat. Eigenartig geräuschlos ließ er die Krim besetzen – einst eine Perle der Ukraine – und verleibte sie sich ein. Und im Osten des Landes beliefert er jene mit Waffen, die für eine Anschluss des Landesteils an Russland kämpfen.

Seit der Revolution 2014 und der Absetzung des kleptokratischen Präsidenten Viktor Janukowytsch fühlen sich die Menschen zwar freier. Doch die Wirtschaft und der Tourismus leiden. Aus Russland kommen gar keine Gäste mehr – auch deshalb, weil beide Staaten jeweilige Flugverbote verhängt haben. Aber auch deutsche Besucher sind rar geworden. Folge: Hotels leiden, Restaurants müssen schließen, und die einst so beliebten Flusskreuzfahrten auf dem Dnipro finden nicht mehr statt.

Dabei wäre Kiew nach wie vor ein Reise wert – vielleicht sogar jetzt erst recht. Für Veranstaltungsplaner erweist sich die Stadt als echter Geheimtipp; und wer als Geschäftsreisender kommt, sollte sich genügend Zeit für eine Stadtbesichtigung gönnen. Vom militärischen Konflikt im Osten der Ukraine ist überhaupt nichts zu spüren – Kiew ist sicher, Kiew ist hübsch, Kiew ist spannend.

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