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Höhlenkloster mit der Mariä-Entschlafens-Kathedrale.
Foto: imago stock&people

Wer die 2,8-Mill.-Stadt das erste Mal besucht, der staunt über ihre Pracht und Schönheit. Rechts des Fluss Dnipro zeigt sich die Metropole sehr grün und mit unzähligen historischen Gebäuden, eines farbenfroher als das andere, und alle geradezu verschwenderisch mit Ornamenten verziert. Klassizismus trifft sich hier mit Barock und Jugendstil.

Zu den außergewöhnlichsten Bauten gehören das Chimärenhaus mit steinernen Fabelwesen auf Dach und Außenwänden und das Schokoladenhäuschen, dessen Fensterornamente ans Schokoblatt einer Torte erinnern. Nur wenige Schritte von der Hektik der Hauptstraße entfernt finden sich in stillen Gassen reichlich Cafés, Galerien und Künstlerateliers.

Kiews Hauptader Chreschtschatyk hingegen ist von machtvoller stalinistischer Architektur geprägt: lange palastartige Hallen mit Säulen und verzierten Fassaden. Hier befindet sich aber auch der Maidan, der Unabhängigkeitsplatz, auf dem die Ukrainer in den vergangenen Jahren für gleich zwei Umbrüche sorgten.

Gegen Betrug bei der Präsidentschaftswahl richteten sie sich in der „Orangene Revolution“ 2004, und zehn Jahre später dann die „Revolution der Würde“, eine Reaktion auf die Ankündigung des damaligen Präsidenten Janukowitsch, sich von Europa ab- und sich stattdessen Russland zuzuwenden.

Kirchen und Klöster

Zwölf slawische Stämme legten dort, wo sich heute Kiew befindet, vor mehr als 1000 Jahren den Grundstein der Ukraine: das Kiewer Rus, auf Deutsch „das Land am Wasser“. Das Christentum führte später der Heilige Fürst Wladimir ein, nach dem auch die Hauptkirche der Stadt benannt ist, zugleich der Sitz des ukrainischen Patriarchen (oberster Bischof).

Überhaupt zählen die Kirchen und Klöster mit ihren goldenen Kuppeln zu den bedeutendsten Attraktionen von Kiew. Mindestens einen halben Tag sollte man für das Höhlenkloster einplanen, 1051 gegründet und bis heute Pilgerstätte für orthodoxe Christen aus aller Welt.

In unterirdischen Labyrinthen ließen sich die Mönche einst lebenslang einsperren, mit der übrigen Welt nur durch kleine Fenster verbunden, durch die ihnen Brot und Wasser gereicht wurden. Allein auf diesem Gelände befinden sich 19 Kirchen, etliche Museen sowie die Schatzkammer der Ukraine.

Eine gewisse Kondition ist für Kiew übrigens nötig. Wie das antike Rom wurde die Stadt auf sieben Hügeln errichtet; es geht auf- und abwärts. Die Zahl Sieben spielt auch auch an anderer Stelle eine Rolle: Sieben Brücken verbinden das linke Dnipro-Ufer mit seinen bis zu 30-stöckigen Neubauten mit dem historischen Stadtteil auf der rechten Seite.

Und wer sich verlaufen hat, stößt auf große Hilfsbereitschaft: Erstaunlich viele beherrschen so viel Englisch, dass sie den Weg erklären können. Einige Worte Ukrainisch – „danke“ etwa heißt „djakuju“ – öffnen zusätzlich die Herzen.

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