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Wenig beliebt sind jene Denkmäler, die an die Sowjetzeit erinnern, als die Ukraine – nicht anders als das Baltikum im Norden – unter dem Joch Moskaus stand. Die meisten Menschen fordern ihren Abriss, doch dazu fehlt dem Staat das Geld. Gerade die jungen Kiewer versuchen es daher auf ihre Weise und betrachten die Skulpturen statt mit Ehrfurcht mit Missachtung. Unter einem riesigen Bogendenkmal, einst der „Freundschaft der Völker“ gewidmet, feiern sie, genießen das Leben.

Der 60 Meter hohe Bogen aus Edelstahl erinnert an ein Bündnis mit dem russischen Zaren Alexei Michailowitsch im Jahre 1654, der den Ukrainern seine Hilfe anbot im Kampf gegen die damals polnische Bedrohung. „Das Bündnis war auf Zeit angelegt“, erzählt Ludmilla, „doch stattdessen hat es für uns das nächste Joch geschaffen, das russische.“ Sowjetherrscher Stalin ließ rund 3,5 Mill. Ukrainer verhungern, als er das Land zwangskollektivierte. „Ach, unsere Ukraine“, sagt die 65-Jährige dann wieder und lächelt diesmal dabei: „Zum Glück sind wir Optimisten.“

Kiew auf einen Blick

Einreise: Es genügt der Reisepass, keine Visumspflicht.

Anreise: Ukraine International (UIA) fliegt von Berlin-Tegel, Düsseldorf, Frankfurt und München direkt nach Kiew. LOT fliegt über Warschau. Vom Flughafen in die Stadt verkehrt der „Sky Bus“.

Kiew: etwa 2,8 Mio. Einwohner (Ukraine gesamt: 44 Mio.), seit 1991 Hauptstadt. Innerstädtisch verkehren Metro (3 Linien) und Busse. Bürgermeister ist der einstige Profiboxer Vitali Klitschko.

Währung: Hrywnja (UAH); 1 Euro = etwa 29,50 UAH (Juni 2017)

Sprache: Ukrainisch. Die weitaus meisten Menschen verstehen und sprechen zwar auch Russisch, wegen der teils brutalen Herrschaft Russlands über die Ukraine bestehen bei vielen Ukrainern aber Abneigungen gegen diese Sprache. Englisch und Deutsch teilweise.

Hotels: Gute 3-/4-Sterne-Häuser kosten um 60/70 Euro.

Wirtschaft: Wichtigste Branchen sind Metall, Chemie, Landwirtschaft und Nahrungsmittel. Veraltete Anlagen und hoher Energieverbrauch hemmen oftmals das Wachstum; zudem wirken sich die russische Annexion der Krim und der Krieg im Osten negativ aus. Derzeit steigt das Bruttosozialprodukt erstmals wieder. Der IT-Sekor erstarkt; Nischen wie Flugzeug- und Raketenbau sind hochentwickelt.

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