Umweltschutz

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Grünes Travelmanagement

Nachhaltigkeit ist zum Modewort geworden und nicht alles in der Öko-Debatte macht Sinn. Doch es gibt viele kleine Dinge, die auch Geschäftsreise-Planer tun können.

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von Anke Pedersen, 25.07.2011, 09:00 Uhr
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Foto: iStockphoto

Drei Jahre: Im modernen Wirtschaftsleben ist dies eine kleine Ewigkeit – siehe iPhone, siehe Facebook, siehe Karstadt. Doch beim Thema Umweltschutz ticken die Uhren anders. „Im Grunde gelten heute noch genau dieselben praktischen Tipps wie schon 2008“, sagt Torsten Kriedt, unter dessen Federführung die BDC-Tochter Advito 2008 den VDR-Wegweiser Nachhaltigkeit erstellt hatte: einen elementaren „Leitfaden für nachhaltiges Travel Management“, wie ihn seine Macher nennen.

Doch dann war die Krise hereingebrochen, und mitunter gerieten die Bemühungen gegen Klimawandel und schmelzende Polkappen ein wenig aus dem Blickfeld. „Sicherlich standen während der Wirtschaftskrise vor allem die Reisekosten im Fokus, aber das Thema Nachhaltigkeit hat dadurch nicht an Bedeutung verloren“, bilanziert Martina Eggler, Vertriebschefin des Geschäftsreise-Anbieters CWT. Denn: „Gerade jetzt, wo die Wirtschaft wieder stark anzieht, ist es wichtig, ein intelligentes, effizientes und umweltverträgliches Geschäftsreise-Programm umzusetzen. Also Bahn statt Flug, umweltzertifizierte Hotels, grünes Fuhrparkmanagement, Videokonferenzen, Kohlendioxid-Reporting.“

Reiserichtlinien umschreiben

Martina Eggler spricht von einer „ganz neuen Mobilitätskultur“, und ihr Kollege Thorsten Kriedt stellt wieder ein „riesiges Interesse“ an Umweltfragen fest – auch im Geschäftsreise- und Veranstaltungsmanagement. Allerdings, so Kriedt: „Viele Menschen wissen nicht genau, wie sie es umsetzen sollen.“ Beispiel Reisevermeidung: „Viele große und kleine Unternehmen haben in Web- und Videokonferenzsysteme investiert und erwarten nun von ihrem Travel Management, dass dies eingebunden wird, wenn es darum geht, wie gereist werden soll“, sagt Kriedt. Alternativen zum Reisen sollen bereits in den Reiserichtlinien verankert werden.

Öko-Fragebogen für Hotels

„Damals sind wir noch dafür belächelt worden, dass wir ‚Nachfragemanagement’ aufgenommen haben“, schmunzelt Kriedt. Doch heute, nach der Rezession, sei diese Nachfragesteuerung das zentrale Element. „Dadurch schafft man bei den Reisenden selbst eine viel größere Aufmerksamkeit.“

Doch nicht nur Geschäftsreise-Entscheider wissen oft nicht: wo anfangen? Auch Hotels, Fluggesellschaften und andere Leistungsanbieter scheinen mitunter überfordert mit der praktischen Umsetzung. Diese Erfahrung zumindest machte Holger Leisewitz. „Im Kielwasser einer Diplomarbeit“ hatte der Chef des Eventmanagements bei Beiersdorf (Nivea) eine „Hotelbewertung unter nachhaltigen Gesichtspunkten“ entwickelt.

 
 
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