Unwetter in Österreich

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Großarltal abgeschnitten

In Österreich sind nach Starkregen, Hagel und Schlammlawinen die Feuerwehren im Dauereinsatz. Im Bundesland Salzburg sind bei Touristen beliebte Gebiete von der Umwelt abgeschnitten. Ein Mann starb durch einen Blitzschlag.

07.08.2017, 07:34 Uhr

Schwere Unwetter haben in Österreich große Schäden angerichtet. Besonders betroffen waren in der Nacht zum Sonntag Orte im Bundesland Salzburg, die bei Urlaubern beliebt sind. Heftiger Regen schnitt das Großarltal von der Umwelt ab. Die Straße aus dem Tal in St. Johann im Pongau war laut Polizei gesperrt.

Aufräumarbeiten waren nach Schlammlawinen am Sonntag im Gange. Die Mure riss sogar Fahrzeuge mit sich. „Ich habe schon viel erlebt, aber noch nie so etwas Arges“, sagte Feuerwehrkommandant Josef Promegger. Insgesamt rückten 680 Feuerwehrleute zu rund 100 Einsätzen im Gebiet des Salzburger Lungau, Pongau und Pinzgau aus.

Auch Obertauern war nach den Murenabgängen nicht mehr auf dem Straßenweg zu erreichen. Aus dem Großarltal mussten wegen medizinischer Notfälle mehrere Menschen per Hubschrauber oder mit einem Lastwagen aus dem Tal gebracht werden. Die Gäste eines Hotels wurden wegen Überflutungsgefahr in die oberen Geschosse des Gebäudes gebracht. Viele Urlauber, darunter Deutsche, flüchteten in zwei Notfalllager. Wann sie das Tal wieder verlassen können, war zunächst unklar.

Die Großarler Ache ist mehrfach über das Ufer getreten. Ein Video auf der Facebook-Seite der Freiwilligen Feuerwehr zeigte, wie ein reißender Fluss begleitet von Donnern durch den Ort zieht. Die Straßen wurden zum Teil bis zu zwei Meter hoch mit Geröll und Schlamm bedeckt. Zwei Menschen wurden im Auto von der Mure eingeschlossen. Sie blieben unverletzt.

Unmengen an Geröll versperrten auch die Fahrbahn nach Obertauern. In der Nacht zum Sonntag mussten etwa 50 Menschen geborgen werden, die mit ihren Fahrzeugen eingeschlossen waren.

In Oberösterreich starb ein 77-Jähriger bei einem Spaziergang an einem Blitzschlag. Der Mann war gemeinsam mit einem Freund in Waldzell bei Ried im Innkreis unterwegs, als es zu dem tödlichen Zwischenfall kam. Er konnte zunächst wiederbelebt werden, erlag aber Sonntagnachmittag seinen Verletzungen in einem Krankenhaus.

Starkregen und Hagel zogen nachts auch über die Steiermark. Kaum waren die Aufräumarbeiten von der letzten Gewitterfront vom Freitagabend angelaufen, zogen am Wochenende neue Unwetter auf. Bäche traten über die Ufer, Hänge rutschten ab und Bäume stürzten auf die Straßen. Zahlreiche Keller wurden geflutet und Häuser evakuiert.

Besonders betroffen waren die Bezirke Murau, Murtal und Liezen. Die Sölkpass-Straße wurde in Liezen auf einer Länge von mindestens 100 Metern komplett weggerissen. Sonntagmittag wurde zudem ein Wanderer vermisst. Der Rest seiner Gruppe war bereits gefunden und mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht worden. Die Hagelversicherung schätzte den Schaden für die steirische Landwirtschaft durch die jüngsten Unwetter auf eine Million Euro.

Auch in Tirol waren die Einsatzkräfte wegen Vermurungen, Hangrutschen und überfluteter Keller im Dauereinsatz. Die größten Auswirkungen waren im Ziller-, Wipp- und Stubaital sowie in Osttirol zu spüren. (dpa)

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