US-Einreise

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Auf die schnelle Tour

Die wollen doch nur kontrollieren! Und genau das macht vielen Geschäftsreisenden das Leben schwer. Dabei gibt es mittlerweile auch einfachere Methoden der Einreise.

von Iris M. Köpke, 06.07.2015, 09:00 Uhr
Global Entry vereinfacht die US-Einreise.
Foto: Josh Denmark/CBP

Auch wenn sich vieles gebessert hat: Das Thema Einreise bleibt fürs USA-Geschäft ein Stolperstein. So jedenfalls sieht es auch das Reisebarometer des amerikanischen Office of Travel and Tourism Industries. „Viele Reisende haben Sorge vor unangenehmen Fragen, langen Wartezeiten und der Weitergabe von Daten“, sagt auch Andrea Budde, Geschäftsführerin des Nordamerika-Spezialisten Trans Amerika Reisen. Letzteres treibt ganz besonders die Firmenkunden um. Ihre Sorge: Sensible Daten, die sie preisgeben, öffnen der Industriespionage Tür und Tor.

Dabei gibt es inzwischen Mittel und Wege, die US-Einreise schnell und unkompliziert zu gestalten. Dabei sollte man genau abwägen, welche Variante sich lohnen könnte.

1. Einreise über Kanada

Wird von Vielfliegern angewandt. Wer ohnehin keinen Nonstop-Flug zu seinem Zielflughafen in den USA buchen kann, wählt als Umsteigeort eine kanadische Stadt. Dort sind die Schlangen kürzer und die Grenzbeamten meist entspannter und freundlicher. Eignet sich für Urlauber und Geschäftsreisende gleichermaßen.

2. Nutzung eines APC-Automaten

Mittlerweile gibt es an 22 amerikanischen und kanadischen Airports Kioske für eine Automated Passport Control (APC). Wer diese nutzt, muss sich nicht in die Schlange beim Einreisebeamten anstellen, sondern scannt seinen Pass ein, macht per Selbstauslöser ein Digitalfoto von sich und beantwortet die Zollfragen am Monitor. Schwupps wird ein Beleg ausgedruckt, den man beim Verlassen der Gepäckhalle dem Zollbeamten in die Hand drückt. Eine Vorabregistrierung oder Qualifikation für die Nutzung der Kioske ist nicht notwendig, daher ist diese Variante für Urlauber und Geschäftsreisende ohne Technikängste gleichermaßen geeignet. Voraussetzung: Man muss nach 2008 bereits mindestens einmal in die USA eingereist sein und eine gültige Esta-Registrierung haben. Eine Liste der Airports mit APC-Kiosk gibt’s unter go.biztravel.de/apc.

3. Global Entry

Der Ablauf des Einreiseprozesses am Global Entry Kiosk ist identisch mit dem an den APC-Kiosken. Vorteil: Automaten für Global Entry gibt es mittlerweile an allen großen US-Flughäfen. Auch muss man sich so gut wie nie anstellen, da nur ein kleiner Personenkreis zu dem Programm zugelassen ist. Ist der Automat kaputt, geht’s an einen speziellen Schalter nur für Global-Entry-Einreisende. Entsprechend kurz ist die Wartezeit.

Einen Haken gibt’s allerdings: Global Entry muss mühsam beantragt werden. Dazu zählen ein kompliziertes Online-Formular und ein Interview in den USA oder Deutschland. Die Kosten belaufen sich 100 US-Dollar. Gültigkeit: fünf Jahre. Nur geeignet für Vielreisende, die regelmäßig in die USA fliegen oder dort Transitpassagiere sind (verringert die Zahl an verpassten Anschlussflügen!).

4. TSA Pre

Mit diesem Programm geht’s ruckzuck durch den Sicherheitscheck. Viele große US-Flughäfen haben eigene Abfertigungsbereiche für Reisende mit TSA-Pre-Freigabe eingerichtet – hier bleibt man von schwer bepackten Familien und schlecht informierten Touristen mit Diskussionsambitionen verschont.

Auch an anderen Airports lohnt sich TSA Pre, da zertifizierte Reisende weder ihren Laptop noch ihre Flüssigkeiten aus dem Handgepäck entnehmen müssen. Auch Schuhe und Gürtel dürfen anbehalten werden. Und so geht’s: Reisende müssen ihre Trusted-Traveler-Membership-Nummer bei der Buchung des Flugtickets angeben. Voraussetzung dafür ist ein gültiges Global-Entry-Zertifikat. Wichtig zu wissen: Nicht jede Fluggesellschaft ist in das Programm eingebunden. Dies spielt eine Rolle, weil die Freigabe auf die Bordkarte gedruckt wird. Eine Liste gibt’s auf go.biztravel.de/tsa. Diese Variante lohnt sich nur für Vielreisende, die Global-Entry-zertifiziert sind und häufig mit entsprechenden Fluggesellschaften an entsprechenden Flughäfen unterwegs sind.

5. Pre-Clearance

Statt erst in den USA werden alle nötigen Kontrollen bereits am Abflughafen unternommen. Am US-Ziel reist man dadurch bequem wie ein Inlandspassagier ein. Bisher bieten nur Dublin und Shannon diese Möglichkeit. Neu hinzukommen sollen demnächst jedoch Amsterdam, London, Brüssel, Madrid, Stockholm und Oslo.

Global Entry: So melden sich Geschäftsreisende an

Wichtig: Die Flughäfen Frankfurt und München bieten in regelmäßigen Abständen Termine für Interviews an, der nächste ist für November 2015 geplant. Auf www.biztravel.de teilen wir den genauen Termin rechtzeitig mit.

Vorgehen: Grundsätzlich sind bei der Prozedur die folgenden Schritte einzuhalten:
1. Registrierung für Global Entry am Service-Schalter der Bundespolizei am Flughafen Frankfurt oder München.
2. Online-Formular ausfüllen (www.globalentry.gov) und 100 uS-Dollar überweisen
3. Bestätigung abwarten. Dann Ort, Termin und Zeit für das persönliche Interview vereinbaren.
4. Persönliches interview am Flughafen Frankfurt oder München.
5. Erneute Registrierung nach zwei Jahren.

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