Während die Zahl der Business Trips steigt, bleiben die Ausgaben moderat. Firmen haben ihre Reisekosten offenbar im Griff.
So mancher Geschäftsreiseplaner dürfte beim Blick auf die aktuelle Kostenentwicklung mit den Augen rollen. Steigende Kerosinzuschläge der Fluggesellschaften, aber auch anziehende Hotelpreise treiben die Reiseausgaben steil nach oben. Damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, ist eine effiziente Reisesteuerung mehr denn je gefragt.
Dass etliche Unternehmen ihre Hausaufgaben schon gemacht haben, zeigen die aktuellen Daten der Geschäftsreiseanalyse 2008 des VDR. Danach sind die Ausgaben für die Geschäftsreisen deutscher Unternehmen im Vorjahr nicht einmal halb so stark gestiegen wie die Anzahl der Reisen. So legte die Zahl der Dienstreisen 2007 zwar um 5,6 Prozent auf 166,6 Mill. zu. Die Ausgaben kletterten dagegen nur um 2,7 Prozent auf 48,7 Mrd. Euro.
Das ist keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, dass zugleich auch die Dauer der Geschäftsreisen erstmals seit fünf Jahren wieder leicht von 2,2 auf 2,3 Tage zugelegt hat. Wobei gerade auch die Zahl der Reisen, die sechs und mehr Tage in Anspruch nehmen, zugenommen hat. Ihr Anteil an den Dienstreisen ist von fünf auf sieben Prozent gestiegen. Der Anteil der eintägigen Reisen ging gleichzeitig um drei Punkte auf 46 Prozent zurück.
Ein Beweis dafür, dass deutsche Geschäftsreisende immer häufiger im Ausland – und hier vor allem in entfernten Regionen wie Asien oder Russland – unterwegs sind. Dafür spricht auch die starke Zunahme der Auslandsübernachtungen. Während die Zahl der Hotelnächte im Inland mit 40,8 Mill. relativ konstant blieb, stieg die Zahl der Übernachtungen jenseits der Grenzen um mehr als ein Viertel auf 14,8 Mill. so genannte Room Nights.
Angesichts dieses Anstiegs und der bei Auslandsreisen tendenziell höheren Transportkosten ist es überraschend, dass die durchschnittlichen Kosten einer Dienstreise 2007 erneut zurückgegangen sind: von 325 Euro auf 316 Euro. „Travel Management ist ein Gewinn für jedes Unternehmen“, interpretiert VDR-Präsident Michael Kirnberger diese Einsparungen.
Künftig dürfte es den Unternehmen allerdings schwerer fallen, die Reisekosten stabil zu halten oder gar zu senken. Und das nicht nur auf Grund einer weiter zusammenwachsenden Weltwirtschaft und den damit verbundenen Geschäftsreisen. Ursache für steigende Reiseetats ist der Anstieg der Energiepreise. Setzt sich deren Höhenflug fort, drohen weitere Preissteigerungen bei Flügen, aber auch bei Hotels und anderen Leistungsträgern. Dies wird sich auch auf die Mobilität der Unternehmen auswirken, ist sich Kirnberger sicher. „Die Frage, welche Reisen wirklich notwendig sind, wird immer dringender“, betont der VDR-Präsident. Das Fazit: Travel Management gewinnt weiter an Bedeutung – zumindest das dürfte den VDR freuen.