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Lufthansa schließt Piloten-Tarifvertrag

Die Vereinigung Cockpit und die Lufthansa haben ihre Tarifkonflikte gelöst und nach jahrelangen Auseinandersetzungen neue Verträge fixiert. LH-Personalvorstand Bettina Volkens ist zufrieden: Die Grundlagen der Sozialpartnerschaft seien neu gelegt worden. Der Tariffrieden soll lange anhalten.

von Georg Jegminat, 10.10.2017, 17:46 Uhr
Bettina Volkens, Personalvorstand des Lufthansa-Konzerns, kann langfristige Tarifverträge für etwa 4500 Flugzeugführer abschließen, für die der Konzerntarifvertrag gilt.
Foto: Lufthansa

Lufthansa und die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit haben auf neue Tarifverträge geeinigt. Das teilten beide Seiten am Dienstag in Frankfurt mit. Der Tarifkonflikt zwischen Lufthansa und ihren Konzernpiloten dauerte Jahre und eskalierte in mehreren folgenreichen Streiks. Im März 2017 gab es eine Grundsatzverständigung, doch bis die endgültigen Verträge mit allen Details ausgehandelt waren, dauerte es ein weiteres halbes Jahr.

„Wir haben mit dem Tarifabschluss die Grundlage für eine neu gelebte Sozialpartnerschaft mit der VC gelegt“, sagt Bettina Volkens, Vorstand Personal und Recht der Lufthansa. Der Kompromiss ermögliche Karriereperspektiven für die Pilotinnen und Piloten und er leiste einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Karrierechancen im Cockpit verbessert

Jörg Handwerg, Lufthansa-Pilot und Vorstandsmitglied der Vereinigung Cockpit kommentiert den Abschluss so: „Das Paket ist ein Schritt hin zu einer neuen Tarifpartnerschaft. Günstigere Kostenstrukturen besonders im Kurzstreckenverkehr verbessern weiter die Marktposition der Lufthansa. Im Gegenzug erhalten die Piloten in den Bereichen Lufthansa Passage, Germanwings, Lufthansa Cargo und Lufthansa Aviation Training wieder Perspektiven.“ Positiv wertet er, dass mehr als 860 Nachwuchsflugzeugführer eingestellt werden können.

Volkens hebt hervor, dass die Personalkosten für Cockpit-Crews insgesamt um 15 Prozent sinken. Dazu zählt auch, dass die Pensionsverpflichtungen für Lufthansa um einen „hohen dreistelligen Millionenbetrag sinken“. Daraus ergibt sich ein positiver Einmaleffekt in der Bilanz für das Jahr 2017. Hinter der Kostensenkung verbirgt sich ein Bündel unterschiedlicher Maßnahmen, insbesondere bei der Alters- und Übergangsversorgung sowie der Einstellung junger Piloten mit niedrigeren Gehältern. Zudem sollen ältere Piloten im Durchschnitt frühestens mit 60 Jahren aus dem Flugbetrieb ausscheiden können.

Nachträgliche Gehaltserhöhungen

Tatsächlich gibt es bei Flugzeugführern im Geltungsbereich der Konzerntarifvertrags (Lufthansa, Lufthansa Cargo, Germanwings, aber nicht Eurowings) Gehaltserhöhungen. Für die Zeit von Mai 2012, als die Tarifverträge ausliefen, bis Juni 2022 erhöhen sich die Gehälter schrittweise um insgesamt 10,3 Prozent. Zudem sind Einmalzahlungen von bis zu 1,8 Monatsgehältern zugesagt.

Weil der Konzern die Entwicklung der Eurowings-Betriebe, für die der Konzerntarifvertrag nicht gilt, stark weiter entwickelt, gibt der Vorstand den Konzernpiloten bestimmte Garantien. So werden bis Ende 2022 mindestens 325 Flugzeuge bei Lufthansa, LH Cargo und Germanwings fliegen. Zudem werden dort 700 Nachwuchspiloten eingestellt und 600 Kapitänsstellen neu besetzt.

Die wichtigsten Nachricht für Reisende, Unternehmen mit Reisetätigkeit sowie Reisebüros und Veranstalter lautet: Die Parteien haben einen Tariffrieden bis mindestens 2022 vereinbart.

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