Bahn-Konkurrent

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Warten auf den Hamburg-Köln-Express

Ursprünglich wollte der neue Bahn-Konkurrent Hamburg-Köln-Express (HKX) in diesem Monat mit dem Kartenverkauf starten. Das ist noch nicht der Fall. Offenbar gibt es Probleme.

von Rita Münck, 12.07.2011, 12:07 Uhr
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Dreimal täglich auf der Route Hamburg–Köln und zurück: Das ist in Kurzform das Geschäftskonzept vom Hamburg-Köln-Express, der der Deutschen Bahn ab dem 1. September 2011 auf besagter Route Konkurrenz machen will. Im Januar wurde das Projekt angekündigt. Ob die mittlerweile von Berlin nach Köln gezogenen Gesellschaft den Starttermin halten kann, ist allerdings mehr als fraglich. Der Ticketverkauf jedenfalls ist noch nicht angelaufen, soll aber laut Internetauftritt nach wie vor im Juli starten. Alle Anrufe bei der Firma laufen derzeit auf einem Anrufbeantworter mit Berliner Telefonnummer auf: Dort verweist HKX auf einen Umzug nach Köln und teilt mit, dass am neuen Standort bislang noch kein Telefonanschluss verfügbar sei.

Ein bisschen dubios ist das schon. Und in der Tat: So ganz reibungslos scheint es hinter den Kulissen von HKX nicht zu laufen. Gerade erst hat der Sprecher der Geschäftsführung, Derek Ladewig, sein Amt niedergelegt. „Im Einvernehmen mit den Gesellschaftern der HKX GmbH, der Railroad Development Corporation (RDC) in Pittsburgh, USA, Michael Schabas (Anmerkung der Redaktion: ein englisch-kanadischer Eisenbahninvestor) und der Locomore Rail GmbH & Co KG“, wie es in einer Mitteilung der HKX-Eigner heißt.

Vertrag bis 2015

Seit Juli hat nun die kaufmännische HKX-Geschäftsführerin Eva Kreienkamp den Posten des Vorsitzenden mit übernommen. Sie ist auch für die Bereiche Marketing, Vertrieb und IT zuständig. Ihr zur Seite steht Carsten Carstensen, nach wie vor technischer Geschäftsführer. Warum es zu dem plötzlichen Chefwechsel gekommen ist, will Kreienkamp einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ zufolge nicht verraten. Das Blatt spekuliert aber, dass sein Ausscheiden unter anderem mit den wiederholten Verzögerungen des Starttermins zusammenhänge. Die hätten Ladewig wiederholt in Erklärungsnot gegenüber den Investoren gebracht, die die deutschen Bahnstrukturen nicht nachvollziehen könnten.

Der zuletzt angekündigte Start der Verbindungen für den 1. September ist dem Bericht zufolge jedenfalls nicht mehr zu halten. Ursprungsidee war laut FTD, den Bahnkonkurrenten sogar bereits im August 2010 auf die Schiene zu bekommen. Vor Spätherbst dürfte es nun kaum etwas werden, mutmaßt das Blatt – ohne Berufung auf Quellen. Von Seiten der Betreiber sei lediglich zu hören, dass man „so früh wie möglich“ starten wolle. Schließlich hat der Newcomer mit DB Netz einen Vertrag bis 2015 abgeschlossen – und die Zeit läuft.

Gewinner der Angelegenheit ist zunächst einmal die Deutsche Bahn: So lange der HKX nicht in die Pötte kommt, hat sie alle Bahnkunden auf der Route für sich allein.

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