Wetlease bei Airlines

(0)

BGH verhandelt über Entschädigung

Sieben Stunden Verspätung sind viel. Doch muss eine Airline Entschädigung zahlen, wenn die Passagiere von einem Delay eines angemieteten Fluggeräts betroffen sind? Der BGH will heute darüber entscheiden.

12.09.2017, 13:55 Uhr
In dem verhandelten Fall hatten die Passagiere sieben Stunden Verspätung.
Foto: Gettyimages

Airlines müssen wohl auch dann die Entschädigung für einen verspäteten Flug übernehmen, wenn sie Maschine und Crew von einem anderen Unternehmen gemietet haben. Der Bundesgerichtshof (BGH) verhandelte am Dienstag in Karlsruhe eine Klage gegen die Royal Air Maroc, die sich weigert, Fluggäste für eine siebenstündige Verspätung auf der Strecke von Düsseldorf nach Nador in Marokko zu entschädigen.

Zur Begründung weist das Unternehmen darauf hin, dass es Maschine und Crew im Rahmen einer Wetlease-Vereinbarung von der spanischen Swiftair gemietet hatte. Diese sei deshalb das „ausführende Luftfahrtunternehmen“, das eine Entschädigung nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung zahlen muss.

Die Vorinstanzen gaben der Royal Air Maroc Recht. Der BGH sieht das nun aber möglicherweise anders. In der EU-Verordnung heißt es nämlich ausdrücklich, dass diese das ausführende Luftfahrtunternehmen verpflichten soll, „unabhängig davon, ob der Flug mit einem eigenen Luftfahrzeug oder mit einem mit oder ohne Besatzung gemieteten Luftfahrzeug (...) durchgeführt wird“.

In der englischen und der französischen Fassung seien Wetlease-Vereinbarungen sogar ausdrücklich erwähnt, sagte der Vorsitzende Richter Peter Meier-Beck. „Man kann annehmen, dass der Verordnungsgeber gewusst hat, was er da regelt.“

Um 15.30 Uhr will der BGH eine Entscheidung verkünden. Neben einem Urteil ist auch eine Vorlage an den EU-Gerichtshof möglich, da es um europäisches Recht geht. (Aktenzeichen X ZR 102/16 und X ZR 106/16) Ein generelles Problem für Fluggäste erkennt Reiserechtsexperte Felix Methmann vom Bundesverband der Verbraucherzentralen in Wetlease-Vereinbarungen nicht. Meistens zahlten die Airlines.

Die Mietverträge sind aus Sicht des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft „ein wichtiges Instrument, um Kapazitätslücken im Luftverkehr schnell und flexibel zu schließen und Überkapazitäten abzubauen“. Außerdem ließen sich damit saisonale Schwankungen in der Nachfrage auffangen. (dpa)

Weitere Business Travel-News

Luftfahrt und Social Media
(0)

Gläsern und allzeit bereit

Kunden stellten den Airlines ihre Daten bereitwillig zur Verfügung. Das, so sagen Airline-Vertreter, sollten diese nutzen, und die Daten zu Geld machen. Social Media sei heute Chefsache. mehr

 

Hurrikan „Maria“
(0)

Kurs auf Puerto Rico

Mit Windgeschwindigkeiten von 260 Stundenkilometern pflügt der Wirbelsturm durch die Karibik. Viele Menschen in der Region sind noch mit der Beseitigung der Schäden von Hurrikan „Irma“ beschäftigt. Das US-Außengebiet Puerto Rico bereitet sich auf das Schlimmste vor. mehr

 

Wizz Air
(0)

Tickets namenlos buchen

Der osteuropäische Billigflieger Wizz Air entdeckt eine neue Einnahmequelle: No-Name-Flugscheine gegen eine Gebühr von zehn Euro. mehr

 

GCH Hotel Group
(0)

Neue Köpfe im B2B-Verkauftsteam

Johanna Peres wird neue Chefin für das Firmenkunden-, MICE- und Key-Account-Management der GCH Hotel Group. Aber auch in den Regionen gibt es Wechsel. mehr

 
© 2017 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Impressum AGB Datenschutz Kontakt Media