Zugunglück in Bad Aibling

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Ermittler sehen menschliches Versagen

Vor einer Woche kam es zu einem der schwersten Zugunglücke in Deutschland. Jetzt steht nach Ansicht der Ermittler fest: Nicht die Technik war für die Katastrophe von Bad Aibling verantwortlich, sondern ein „furchtbares Einzelversagen“.

16.02.2016, 14:28 Uhr

Das Zugunglück von Bad Aibling mit elf Toten und mehr als 80 Verletzten geht nach Angaben der Ermittler auf menschliches Versagen zurück. Gegen den Fahrdienstleiter sei ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet worden, sagte am Dienstag der Leitende Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese in dem oberbayerischen Kurort.

Die beiden Nahverkehrszüge des zwischen Holzkirchen und Rosenheim verkehrenden privat betriebenen Meridians waren am Dienstag vergangener Woche bei Bad Aibling frontal zusammengestoßen. Elf Menschen kamen ums Leben, mehr als 80 Insassen wurden teils schwer verletzt. Der Fahrdienstleiter der Deutschen Bahn hatte beide Züge auf der eingleisigen Strecke passieren lassen. Er habe sich nach anfänglicher Aussageverweigerung inzwischen ausführlich geäußert, sagte Giese.

„Wir sind bis heute dabei, ein riesiges Puzzle zusammenzusetzen. Dann klären wir: Wo stehen wir, wo steht der Beschuldigte“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese bei der Pressekonferenz zum Zugunglück von Bad Aibling. „Was wir momentan haben, ist ein furchtbares Einzelversagen“, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Branz.

Fahrdienstleiter verschuldete fatalen Unfall

Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen wurde ein Sondersignal gegeben, das nicht hätte gegeben werden dürfen. Das teilten die Ermittler auf der Pressekonferenz zum Zugunglück von Bad Aibling weiter mit. Der Fahrdienstleiter habe, als er seinen Fehler bemerkt habe, noch einen Notruf abgesetzt, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Branz. „Aber der ging ins Leere.“

„Es gibt keine Hinweise auf Alkohol“, sagte Rosenheims Polizeipräsident Robert Kopp. Eine Atemalkohol-Analyse bei dem Fahrdienstleiter habe ein Ergebnis von 0,0 ergeben. Der Fahrdienstleiter wurde in Absprache mit seinen Verteidigern an einen sicheren Ort gebracht, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Branz: „Ihm geht's nicht gut.“ Die Staatsanwaltschaft kennt aber den Aufenthaltsort des Fahrdienstleiters, wie die Ermittler weiter mitteilten. In Untersuchungshaft ist der betroffene Fahrdienstleiter derzeit nicht. „Man muss nicht davon ausgehen, dass hier ein Haftgrund vorliegt“, sagte der Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese. Es gehe um eine fahrlässige Tat, nicht um eine vorsätzliche und um einen Strafrahmen von bis zu fünf Jahren. (dpa)

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