Zugunglück in Oberbayern

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Bahnstrecke noch Tage gesperrt

Ein Waggon der Unglückszüge von Bad Aibling steht noch an der Unglücksstelle. Ansonsten sind die Aufräumarbeiten weitgehend abgeschlossen. Doch bis Bahnen auf der Strecke fahren, werden noch Tage vergehen.

15.02.2016, 07:55 Uhr

Etwa 800 Trauergäste haben am Sonntag der Opfer des Zugunglücks von Bad Aibling gedacht. Die Unfallstrecke wird nach Einschätzung der Deutschen Bahn noch mindestens bis Ende der neuen Woche gesperrt bleiben. Nachdem die Einsatzkräfte die Aufräumarbeiten am Wochenende weitgehend abgeschlossen haben, stehen nun Reparaturen am schwer beschädigten Gleis an.

Am Montagmorgen soll die Instandsetzung an der Strecke beginnen, wie die Bahn mitteilte. 120 Meter Gleisanlagen müssen repariert, 180 Meter Schwellen ausgetauscht und einige Tonnen Schotter verbaut werden. Dafür setzten die Fachleute unter anderem eine sogenannte Gleisstopfmaschine mit Schotterpflug sowie Zweiwegebagger ein.

Die Reparaturen sind auch nötig, um einen Waggon der Unglückszüge abzutransportieren. Den hatten die Arbeiter neben das Gleis gestellt. Weil dieses so stark demoliert ist, kann ein 160 Tonnen schwerer Bergungskran bisher nicht direkt an den Zugteil heranfahren.

Nach Abschluss der Reparaturen müssen die Oberleitungen wieder installiert werden. Dann stehen Testfahrten an. Die Ermittler wollen nach Angaben der Polizei versuchen, den Unfallhergang zu klären: Einem Sprecher zufolge sollen zwei Züge ähnlich wie bei dem Crash – aber mit deutlich geringerer Geschwindigkeit – aufeinander zufahren. Damit werde kontrolliert, ob die automatischen Bremssysteme funktionieren. Auch die Bahn muss testen, ob die Strecke wieder fahrtüchtig ist.

Die beiden Regionalzüge waren am Dienstag auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim mit etwa Tempo 100 ungebremst ineinander gerast. Elf Menschen kamen ums Leben. Nach wie vor seien einige der Überlebenden im kritischen Zustand, sagte der Sprecher der Polizei.

Die Ursache des Unglücks steht den Angaben zufolge immer noch nicht fest. Zwei Fahrtenschreiber aus den Unglückszügen sind ausgewertet. Dabei fanden Experten keine Hinweise darauf, dass Signale missachtet wurden. Die dritte Blackbox war erst am Freitag beim Aufräumen aufgetaucht. Weil sie beschädigt ist, gilt die Auswertung als schwierig. (dpa)

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