Seite 2 von 2
„Fluggesellschaften, die nicht profitabel arbeiten, werden auf Dauer nicht mehr fliegen können“, sagt Frank. „Die Industrie und wir müssen daher gemeinsam überlegen, wie diese Profitabilität gehalten und damit die Mobilität gesichert werden kann.“
Rein rhetorisch ist seine Frage zu verstehen: „Welchen Wert hat Mobilität für Deutschland als Exportnation und wichtiger Wirtschaftsstandort?“ Ticket-Preise, die unter den Selbstkosten der Gesellschaft liegen – darin sieht der Manager eine Gefahr für beide Seiten. Welche Wege die Luftfahrtunternehmen den Travel Managern ebnen, unterscheidet sich. Während auf der Langstrecke einige Airlines auf lukrative Firmenförderprogramme setzen, bauen andere auf eine gehobene Premium Economy, die Annehmlichkeiten der Business Class zu einem niedrigeren Preis gewährt. Innerhalb Europas wiederum, wo Firmen auch schon vor der Krise vergleichsweise wenig Business nutzten, orientieren sich manche Linien an den Konzepten der Billigflieger.
Aufgaben wie die Abfertigung am Flughafen werden an Dritte ausgelagert, die eigene Struktur wird „verschlankt“, auch durch Stellenabbau, und in Vertrieb und Marketing wird mehr investiert – dafür aber sinken die Ticket-Preise deutlich. Ein Modell, wie es die ungarische Malev gerade erfolgreich erprobt. Zu denen, die mit der neuen Zwischenklasse punkten, gehören Gesellschaften wie ANA oder Air France. Letztere hat für ihre Klasse Premium Voyager gerade erst neue Langstreckenziele wie Singapur, Hongkong, Peking und Beirut buchbar gemacht. Nach New York und Tokio war die 40 Zentimeter größere Beinfreiheit bereits zu reservieren. Auch KLM geht mit Economy Comfort ab Dezember diesen Weg.
In puncto Firmenförderung dürften Lufthansa und ihre Partner Swiss, Austrian, ANA, Air Canada, LOT, TAP, United mit 21.000 Kunden für ihr Modell Partner Plus Benefit Spitzenreiter sein. Aber auch Linien wie Air France (Voyager Rewards), Malev (Corporate Saver), KLM (Blue Biz), Czech (OK Plus), Emirates (Business Rewards) oder Etihad (Corporate Loyalty Club) bieten solche Konzepte an. Air Berlin, TUIfly oder Air Baltic geben Rabatte, die den Firmen meist die volle Flexibilität bei Umtausch und Stornierung der Tickets garantieren. Aber nicht allein durch Preiszugeständnisse wollen die Fluggesellschaften Kunden halten. Sie setzen auf Service, der das Fliegenbequemer, schlanker und damit indirekt auch kostengünstiger macht. Denn gerade für reisende Manager ist Zeit auch Geld. Dazu zählen ganz besonders die neuen technischen Möglichkeiten des Eincheckens per Internet und Handy, aber ebenso die erweiterten mobilen Portale.
Ob auf dem Blackberry oder dem iPhone: Jederzeit soll sich der Passagier alle Infos zu seinem Flug und seinem Ziel abrufen können. Wie ist das Wetter vor Ort? Wo ist gerade mein Gepäck? Angebote wie diese sollen Reisen wieder schmackhaft machen. Dass es nötig ist, daran zweifelt niemand.„Weltweites Reisen aus dienstlichen Gründen ist unabdingbar“, gibt sich Star- Alliance-Boss Jaan Albrecht überzeugt. Keine noch so ausgefeilte Videokonferenztechnik kann den direkten Kontakt zum Kunden ersetzen. Radikales Sparen oder gar Reisevermeidung kann sich da schnell als Nachteil erweisen: wenn Geschäfte platzen oder schlecht ausgehen, weil Mitarbeiter ermüdet am Ziel eintreffen. „Natürlich müssen wir als Travel Manager Geld sparen“, bringt es Merck-Mann Carnier auf den Punkt: „Aber wir sollten immer daran denken, dass es Menschen sind, die das dann aushalten müssen.“