Zukunft der Mobilität

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Alles übers autonome Auto und mehr

Die Digitalisierung macht auch vor der Autobranche nicht halt. Pkw werden zu Computern auf vier Rädern – und nehmen den Fahrern sogar das Steuern ab.

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von Martin Jürs, 07.09.2016, 08:00 Uhr
Hände weg vom Steuer: Das Testauto „Jack“ von Audi fährt auf einem Teilstück der Autobahn A9 völlig autonom.
Foto: AUDI AG

Wer auf der Autobahn A9 bei Ingolstadt unterwegs ist, kann schon Mal große Augen machen. Zumindest, wenn er „Jack“ begegnet, der autonom fahrende A7 von Pkw-Hersteller Audi. Mit bis zu 130 Kilometern pro Stunde ist das Forschungsauto der bayrischen VW-Tochter auf der Teststrecke unterwegs, ohne dass der Fahrer eine Hand ans Steuer legen muss. Beschleunigen, Abbremsen, Überholen, Einfädeln – all das erledigt „Jack“ dank jeder Menge Technik autonom.

Allein ist Audi mit diesem Pilotprojekt nicht. Alle führenden Automobilhersteller im In- und Ausland arbeiten an ähnlichen Vorhaben. Wettbewerber BMW hat erst Anfang Juli eine Kooperation mit dem weltgrößten Chiphersteller Intel und dem israelischen Spezialisten für Roboterwagen, Mobileye, geschlossen. Ziel der Zusammenarbeit: bis 2021 die Technik für ein selbstfahrendes Auto zur Serienreife zu bringen.

Getrieben werden die Autobauer dabei auch von IT-Konzernen wie Google. Der Suchmaschinen-Riese aus Mountain View in den USA experimentiert bereits seit über sechs Jahren mit dem autonomen Fahren. Aktuell schickt das Unternehmen immerhin 58 Test-Fahrzeuge mit autonomer Fahrtechnik auf die öffentlichen Straßen von derzeit vier US-Kommunen. Außer 34 an einen gestauchten VW-Beetle erinnernde Google Cars wurden dabei mittlerweile auch 24 Serien-SUV von Lexus mit der Selbstfahrsoftware ausgestattet. Seit dem Projektstart haben die verschiedenen Fahrzeuge fast drei Mio. Kilometer im Selbstfahrmodus zurückgelegt.

Zeitenwende für Pkw-Branche

Die Automobilbranche und damit auch die Mobilität auf der Straße steht jedenfalls vor tiefgreifenden Veränderungen. Die Unternehmensberater von Roland Berger sprechen in einer Automotive-Studie von April diesen Jahres gar von einer „Zeitenwende“. Werden heute noch über 70 Prozent der weltweit gefahrenen Pkw-Kilometer mit Privatfahrzeugen zurückgelegt, so werden diese in den kommenden zehn Jahren massiv von Carsharing- und Mitfahrmodellen verdrängt. Laut Berger-Studie wird der Anteil autonom fahrender Taxis bis 2030 auf knapp 30 Prozent aller Pkw-Kilometer steigen. „Robocaps werden sich in den Großstädten schrittweise als kostengünstige und bequeme Alternative zum eigenen Auto etablieren“, gibt sich Wolfgang Bernhart, Partner von Roland Berger, überzeugt. Im privaten Pkw würden dagegen nur noch 45 Prozent aller gefahrenen Kilometer absolviert werden.

Während das autonome Fahren sich noch in der Testphase befindet, ist Carsharing heute schon ein integraler Bestandteil der Mobilität. Allein in Deutschland waren zu Jahresbeginn 2016 mehr als 16.000 kommerzielle Car-sharing-Fahrzeuge registriert – 4,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Wobei das stationsunabhängige Angebot rund 7000 Pkw, so genannte Free Floater, umfasst – ein Plus von 9,4 Prozent im Vergleich zu Anfang 2015. Ob dieses Wachstum anhält, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die Autoren der Berger-Studie prognostizieren, dass der weltweite Anteil des Carsharings gemessen an den gefahrenen Kilometern zwar mittelfristig zunächst steigen, zwischen 2025 und 2030 jedoch auch wieder zurückgehen wird.

 
 
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