Zukunft des Travel Managers

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Das neue Berufsbild

Die berufliche Mobilität 4.0 verändert die Aufgaben des Travel Managers. Er wird zur sensiblen Schnittstelle – zwischen Reisendem und Unternehmensbedarf.

von Dirk Gerdom, 09.09.2016, 08:00 Uhr
Dirk Gerdom steht seit 2011 als Präsident an der Spitze des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR). Er leitet das Travel Management bei SAP.
Foto: Bernd Euring/VDR

Globalisierung und Digitalisierung bleiben die gesellschaftlichen Megatrends. Die digitale Revolution schafft rasante technische Entwicklungen. Auch die Innovationszyklen der Reisebranche werden immer kürzer und bewirken einen grundlegenden Wandel in Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft. Was bedeutet das für Gegenwart und Zukunft der geschäftlichen Mobilität, für den einzelnen Reisenden und den, der ihn auf Reisen schickt?

Im Mobilitätsmanagement ist die digitale Transformation besonders spürbar: Die globale Expansion deutscher Unternehmen erzeugt immer mehr Geschäftsreiseaktivitäten, deren Prozesse sich digital abbilden, beschleunigen und steuern lassen. Das Geschäftsreisevolumen vergrößert sich ständig – 2015 haben die deutschen Firmen 50,9 Mrd. Euro für ihre Reisenden ausgegeben, so viel wie nie zuvor.

Doch je mobiler die Daten, desto mobiler werden auch die Unternehmen. Mit neuen Herausforderungen für die Travel Manager, denn: Digitale Prozesse verändern die Rolle des Individuums hin zu einer größeren Autonomie. Geschäftsreisende haben bereits heute höchste Ansprüche an ihre individuelle Mobilität. Faktoren wie Zeitmanagement, ein produktives Arbeitsumfeld auch unterwegs, Verfügbarkeit aktueller Informationen über Apps und andere digitale Dienstleister sowie Datensicherheit werden immer wichtiger. Mehr als 80 Prozent aller deutschen Reisenden besitzen ein Handy; für Geschäftsreisende sind mobile Endgeräte mittlerweile unverzichtbare Begleiter geworden.

Interdisziplinäres Denken gefragt

Die digitale Vernetzung stellt Unternehmen künftig vor die Herausforderung, das Thema geschäftliche Mobilität noch stärker interdisziplinär zu denken und neue Mechanismen zu entwickeln, die deutlich stärker als bisher den Mensch in den Fokus rücken. Ein Baustein ist die Zusammenarbeit unterschiedlicher Unternehmensbereiche mit dem Ziel, den idealen Geschäftsreiseprozess des Mitarbeiters zu entwickeln und dabei auch seinen individuellen Bedürfnissen als Mitarbeiter und Mensch gerecht zu werden. Travel Manager werden dabei zum digitalen Prozessmanager, da sie in Unternehmen eine sensible Schnittstelle im Spannungsfeld von Sicherheit, Nachhaltigkeit, Datenschutz, Compliance und Ertragssteuerung besetzen.

Der Travel Manager muss künftig mehr denn je den gesamten Reiseprozess betrachten. Seine Aufgabe wird sein, den Unternehmensbedarf und die dahinter liegenden Prozesse mit dem individuellen Bedarf der Reisenden abzugleichen, die entsprechenden Systeme zur Verfügung zu stellen und zu gewährleisten, sodass der Prozess durchgängig und transparent ist. Sämtliche Informationsquellen müssen dazu miteinander verbunden sein, interaktiv agieren und steuerbar sein.

Dahinter steht die These, dass glücklich und zufrieden Reisende einen Mehrwert für ihr Unternehmen schaffen, während unglücklich und unzufrieden Reisende einen Kostenfaktor darstellen. Die Verantwortlichen für Travel Management, Human Resources, Controlling und Corporate Social Responsibility werden hierfür ein Bewusstsein entwickeln und einen gemeinsamen Weg definieren müssen – ganz im Sinne des Geschäftsreisenden als „Pfadfinder im Labyrinth des digitalisierten Alltags“.

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