Alexa & Co

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Überwachungsgefahr in Hotels?

Digitalisierung kann unterhaltsam sein – oft aber stellt sie eine Gefahr dar. Experten warnen nun vor Smart-TVs und Sprachassistenten, durch die Hotelgäste in ihren Zimmern ausgespäht werden können.

09.08.2017, 11:02 Uhr
Was die Stasi konnte, kann Alexa viel besser: Datenschutzexperten warnen vor dem Einsatz des Sprachassistenten im heimischen Wohnzimmer oder gar in Hotelzimmern.
Foto: Greg Snell Photography

In die heimischen Wohnzimmer ziehen zunehmend Sprachassistenten wie Alexa (Amazon), Home Pod (Apple) oder Home (Google) ein. Tools wie diese stellen zwar für manche Menschen einen Fun-Faktor dar. Tatsächlich aber können die Anbieter darüber das Leben ihrer Kunden in deren eigenen vier Wänden ausspähen.

Markus Luthe, Chef des Hotelverbands IHA, empfiehlt Hotels daher, den Einsatz von Sprachassistenten zu hinterfragen. „Derzeit casten eine ganze Reihe von Hotelgesellschaften, ob ihre Zimmer- und Hotelfunktionen mit Amazons Alexa, Apples HomePod, Googles Home oder Microsofts Invoke aufgepimpt werden“, schreibt Luthe in seinem Blog.

Dadurch jedoch könnten Hotels in die Gefahr kommen, zu einem Ort der Überwachung zu werden und ihr Vertrauen bei den Gästen zu verspielen. „Ich habe Zweifel, ob diese Sprachassistenten einer technikaffinen Kundschaft einen hinreichenden Mehrwert beim Hotelaufenthalt bieten, die das mulmige Gefühl durch permanente akustische Raumüberwachung bei anderen Zielgruppen aufwiegen werden“, so Luthe. Die Sicherheit der Gäste und der Schutz ihrer Privatsphäre seien das höchste Gut und müssten auch in Zeiten der Digitalisierung greifen.

Das „digitale Sicherheitsthema“, so Luthe, „hat die Hotellerie nun mit voller Wucht erfasst“. Umso mehr müssten die Hotels darauf achten, das Gefühl der Unsicherheit bei ihren Gästen durch unbedachte Entscheidungen nicht weiter zu erhöhen.

Erst kürzlich hatte das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) davor gewarnt, dass auch schon sogenannte Smart-TV-Geräte in den Zimmen die Hotelgäste ausspähen könnten. „Kleben Sie die Kameras ab“, riet BSI-Präsident Arne Schönbohm, „sonst laufen Sie Gefahr, ungewollt gefilmt zu werden und sich als Hauptdarsteller auf einschlägigen Seiten im Netz wiederzufinden.“ Derartige Fälle seien der Bundesbehörde bekannt. (OG)

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