Bestpreis-Klausel-Streit

(0)

Überraschende Wendung in Düsseldorf

Im Streit um die Bestpreis-Klausel zwischen Booking.com und dem Bundeskartellamt zeichnet sich nach der Verhandlung im Oberlandesgericht Düsseldorf ein interessantes erstes Zwischenergebnis ab.

08.02.2017, 14:38 Uhr
Im Oberlandesgericht Düsseldorf fand am heutigen Mittwoch die mündliche Verhandlung statt.
Foto: Charlie1965nrw/Wikipedia, CC BY-SA 3.0

Deutschlands größtes Hotelbuchungsportal Booking.com kann im Streit mit dem Bundeskartellamt möglicherweise auf Rückendeckung durch das Oberlandesgericht Düsseldorf hoffen. Der Erste Kartellsenat des Gerichts signalisierte jetzt in einer mündlichen Verhandlung Zweifel an der Entscheidung der Wettbewerbshüter, die Bestpreis-Klauseln in den Verträgen von Booking.com mit seinen Hotelpartnern als kartellrechtswidrig zu untersagen.

Der Hintergrund: Die Klausel von Booking.com sah vor, dass der Zimmerpreis auf der hoteleigenen Website nicht niedriger sein durfte als das Angebot auf dem Buchungsportal. Das Bundeskartellamt sah darin eine unzulässige Einschränkung des Wettbewerbs und untersagte die Regelung. Booking.com legte dagegen Beschwerde beim Oberlandesgericht ein.

Der Vorsitzende Richter des Ersten Kartellsenats erklärte, das Gericht prüfe, ob es sich bei der Bestpreis-Klausel nicht um eine notwendige Nebenabrede in den Vereinbarungen mit den Hotelpartnern handele. Denn ohne eine solche Regelung könnten Hotels quasi als Trittbrettfahrer die Online-Plattform nutzen, um von den Zimmersuchenden wahrgenommen zu werden – dann jedoch die Gäste zur Buchung mit günstigeren Preisen auf die eigene Website locken. Eine endgültige Entscheidung traf das Gericht noch nicht. Ein Termin für das Urteil steht noch nicht fest.

Eine erste Reaktionen aus der Branche kommt von Fritz Zerweck, Vorstand des Portals Ehotel. Er zeigt sich erstaunt über die ersten Resultate in Düsseldorf. Egal wie das Urteil ausfalle, Fairness und Dialog sei für ihn entscheidend. „Bereits in der Vergangenheit haben wir dabei weitaus attraktivere und gerechtere Formate als das der Bestpreis-Klausel entwickeln können.“ (dpa/SP)

Weitere Business Travel-News

Nach Übernahme-Aus
(0)

Niki-Maschinen bleiben am Boden

Die Air-Berlin Tochter Niki stellt am Donnerstag, 14. Dezember, den Flugbetrieb ein. Das hat die Airline am Mittwochabend auf ihre Homepage mitgeteilt. Wenige Stunden zuvor hat die Niki Luftfahrt GmbH Insolvenzantrag gestellt. mehr

 

Nach geplatzter Übernahme
(0)

Niki meldet Insolvenz an

Nach dem Rückzieher des Kaufinteressenten Lufthansa hat der Ferienflieger Niki nun Insolvenz angemeldet. Der Flugbetrieb wird eingestellt. mehr

 

Geburt an Bord
(0)

Mädchen kommt in pakistanischem Flugzeug zur Welt

Eine Frau hat während eine Flugs der Pakistan International Airlines (PIA) ein Baby zur Welt gebracht. Wie häufig in solchen Fällen hatte die Crew eine Kamera parat. mehr

 

Probleme beim DB-Fahrplan-Wechsel
(0)

Bahn verbessert Kulanzregel für neue Schnellstrecke

Nach den Schwierigkeiten zum Fahrplan-Wechsel entschuldigt sich die Bahn bei ihren Kunden und gelobt Besserung. Für von Verspätungen betroffene Kunden auf der neuen Schnellstrecke Berlin–München kündigt Fernverkehrschefin Birgit Bohle verbesserte Kulanzregeln an. mehr

 
© 2017 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Impressum AGB Datenschutz Kontakt Media