BizTravel-Tischgespräch mit Marcus Scholz

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Neu und mal anders

Mehr als sieben Jahre war Marcus Scholz Travel Manager von Dürr. Die Branche kannte er auch vorher schon sehr gut. Heute arbeitet er in der Geschäftsführung bei Europcar.

von Oliver Graue, 12.01.2018, 08:54 Uhr
Oliver Graue (BizTravel) und Marcus Scholz (Europcar) in der Umkleidekabine der Pinguine Krefeld.
Foto: Privat

Schade, dass es so weit ist von Hamburg nach Krefeld. Sonst hätte ich mir glatt einige neue Termine in meinen Kalender eingetragen: Ich wäre dabei, wenn im König-Palast die Pinguine spielen. Und ihre Gegner klar schlagen. Beim Spiel gegen die Adler Mannheim jedenfalls – im Anschluss an das BizTravel-Gespräch – war ich Glücksbringer: Das Spiel gewannen die Pinguine mit 6:2.

Warum Marcus Scholz sich das Eisstadion für unser Gespräch gewünscht hat? Klar: Scholz ist nicht nur in Krefeld geboren, er hat dort auch 15 Jahre lang Eishockey gespielt – für die Pinguine, die damals noch KEV (Krefelder Eislaufverein) hießen. Schon mit fünf schnürte er in der Eishockey-Stadt die Schlittschuhe, schaffte es sogar bis in die Zweite Liga. Irgendwann, so formuliert es der 49-Jährige, „haben meine Ambitionen mit den Anforderungen des Trainers nicht mehr übereingestimmt“.

Der Traum vom Profi war ausgeträumt, und nach dem Abitur folgte ein zunächst „etwas zielloses Umhertreiben“. Jedenfalls so lange, bis er die Touristik entdeckte: Auf Sylt verrichtete er einen Ferienjob als Tellerwäscher im Restaurant „Sturmhaube“ und bekam dabei Geschmack auf mehr.

Ausbildung im Hotel

Im Swissôtel Düsseldorf/Neuss ließ er sich ausbilden, wurde jüngster Teilnehmer eines Trainee-Programms bei Holiday Inn und bekleidete später Positionen als Verkaufsleiter bei den Queens Hotels und beim Dom-Hotel Köln. Die Geschäftsreisebranche lernte er kennen bei weiteren Stationen im Bankhaus Sal. Oppenheim, bei dem er das Event-Marketing leitet und bei Center Parcs. Dort rief er die Corporate-Marke „Business Breaks“ ins Leben.

Planen, beraten, umsetzen: „Routine ist nicht mein Ding“, sagt Scholz. Er mag Jobs, bei denen er Neues aufbauen oder Entscheidendes verändern kann – so wie er es auch als Travel Manager beim Lackieranlagenhersteller Dürr getan hat. Vom Implant über die Buchungssoftware bis zur Reiserichtlinie trägt dort vieles seine Handschrift. „Ich arbeite gern im Team und bin glücklich, wenn wir gemeinsam die Ziele erreichen, die wir uns gesetzt haben“, sagt er. Eine solche Restrukturierung hat Scholz gerade erst bei seinem Arbeitgeber Europcar begleitet, wo er seit 2015 die Business Unit Corporate & Business Solutions leitet. „Für viele Kollegen war der Prozess schmerzhaft“, sagt er, „aber wir haben alles getan, damit es fair und sozial abläuft.“ Dass der Umbau wirtschaftlich nötig war, daran lässt er keinen Zweifel – die Branche ist nach wie vor hart.

Erreicht hat er bei Europcar bereits eine Menge, von der Neuaufstellung des Vertriebs bis zum Gewinn einer Mammutausschreibung, zu der sich mehrere Konzerne zusammengeschlossen hatten. Derzeit stehen Mobilitätsprojekte wie die Plattform Ubeeqo und der Chauffeurservice Brunel im Fokus. Und – ganz frisch – die Vollintegration in Echo Show. „Mobilität ist ein wahnsinnig spannendes Feld“, sagt er. „In den nächsten Jahren werden wir noch viele Neuentwicklungen erleben.“

Wochenende nach Saarbrücken

Marcus Scholz arbeitet in Hamburg, verbringt seine freie Zeit jedoch in Saarbrücken, wo er mit seiner Ehefrau lebt. Als Wochenendpendler sind ihm diese Auszeiten besonders wichtig. „Die gehören ganz meiner Frau und mir“, sagt er. Und seinen Hunden. Gleich sechs Vierbeinern bietet das Ehepaar ein Zuhause.

Erst jüngst stieß ein spanischer Galgo dazu: ein Straßenhund, den das Ehepaar aus einer Tötungsstation gerettet hat. Bereits seit vielen Jahren unterstützt Marcus Scholz einen Tierschutzverein, der sich gegen den brutalen und hunderttausendfachen Hundemord im Urlaubsland Spanien engagiert. Ein Thema, über das er sichtbar erschüttert spricht.

Der 49-Jährige nutzt seine Auszeit in Saarbrücken auch zur Bewegung, zu der unter der Woche wenig Gelegenheit hat. „Die Hunde brauchen enorm viel Auslauf“, sagt er. „Das gibt mir Kraft für den Beruf.“ Die findet er auch als Koch und Grillfan. Sich selbst bezeichnet er zwar als „passionierten Fleischesser“, weil seine Ehefrau aber vegan lebt, experimentiert er oft mit Nicht-Tierischem: „Das schmeckt inzwischen sehr gut!“

Auf eines verzichtet er: auf Urlaubsreisen. „Das wäre mir zu anstrengend.“ Zumal er dienstlich mehr als genug unterwegs ist. Sein längster Trip führte ihn über Brasilien, Mexiko, die USA, Südkorea und China nach Indien – alles in 14 Tagen. „Fliegen ist heute einfach mit Stress verbunden“, sagt er. Zum Glück sind seine wöchentlichen Flüge zwischen Hamburg und Saarbrücken eher kurz.

Der Lebenslauf

Sechs Hunde leben bei Scholz’ zu Hause.
Foto: Privat

In der Reisebranche ist Marcus Scholz schon viel herumgekommen, er kennt etliche Bereiche. Gestartet im Hotelvertrieb (Swissôtel, Holiday Inn, Queens und Dom Hotel), führte ihn der Weg über den Ferienparkbetreiber Center Parcs und die Geschäftsreisebüro-kette HRG zum Lackieranlagenspezialisten Dürr. Dazwischen war Scholz noch einige Jahre im Event-Marketing des Bankhauses Sal. Oppenheim tätig.

Bei Dürr in Bietigheim-Bissingen führte der Krefelder über sieben Jahre das Travel Management. Seit 2015 schließlich verantwortet er in der Geschäftsführung des Mietwagenanbieters Europcar die Business Unit Corporate & Mobility Solutions. An der Fernuni Hagen studierte er Volkswirtschaft.

Privat lebt der 49-Jährige in Saarbrücken. Seine Freizeit verbringt er mit seiner Ehefrau und den sechs Windhunden. Einen Galgo rettete das Paar aus einer spanischen Tötungsstation, über den Verein:

http://galgo-friends.org/

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