Seite 2 von 3

Industrie 4.0 kommt aus Deutschland

„Das Konzept der Industrie 4.0 wurde in Deutschland erfunden“, sagt Wolfgang Wahlstedter, Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) gegenüber der Publikation „Technology Review“. Dasselbe gilt für sogenannte Chatbots: Schon 1990 habe das DFKI einen solchen für den Hamburger Versandhändler Otto entwickelt (der seinerseits übrigens lange vor Amazon da war). „Entwicklungen werden aber oft erst dann ernst genommen, wenn sie aus dem Silicon Valley in englischer Übersetzung zurückkommen“, so Wahlstedter.

Auf das Travel Management übertragen gilt: Wer jetzt – die „Schlange“ Digitalisierung vor Augen – in Panik verfällt, tut sich keinen Gefallen. Wer die nicht immer Sinn ergebenden Aussagen mancher Start-ups nachbetet, verändert ebenso wenig zum Positiven. Besser ist es, sowohl mit analogen als auch mit digitalen Mitteln – aber sinnvoll eingesetzt – weiterhin für das zu stehen, was Travel Management erreichen will: Kosten sparen, ohne dabei Qualitätseinbußen hinnehmen zu müssen.

Interview mit Timo Darr


BizTravel hat mit dem Mobilitäts-Management-Berater und ehemaligen Lufthansa-Travel-Manager Timo Darr über Digitalisierung und Wandel im Travel gesprochen.

BizTravel: Stehen wir vor einem Umbruch im Travel Management?

Ich sehe aktuell weder einen Umbruch noch etwas Disruptives. Travel Management entwickelt sich weiter in einem Umfeld, das von gesellschaftlichen, technischen, wirschaftlichen und rechtlichen Veränderungen geprägt ist. Dies bringt Herausforderungen wie Wertewandel, die Notwendigkeit differenzierter Reiseregelungen oder die Datensammelwut der Anbieter mit sich. Andererseits wird es durch neue Tools und Systeme immer leichter, an auswertbare Daten zu kommen.

... Systeme, die Travel Manager einsetzen sollten, um den Anschluss zu schaffen!

Welchen Anschluss? Digitalisierung ist kein Selbstzweck, auch nicht im Travel Management. Wichtiger ist – und das zeigt mir die Praxis immer wieder –, sich mit den Gegebenheiten des eigenen Unternehmens auseinanderzusetzen. Wenn ich etwa als Firma keine Strategie fürs Travel Management habe, lande ich zwangsläufig in einer Schleife, in der sich das Travel Management losgelöst vom Bedürfnis der Reisenden und den Erwartungen des Top- Management nur selbst „optimiert“.

Digital lassen sich Reisende individueller ansprechen als bislang. Ist Traveller Centricity – also der verstärkte Fokus auf den Reisenden – denn nicht die Zukunft?

Zunächst einmal gehe ich davon aus, dass die Reisenden auch bislang schon im Fokus der Travel Manager standen. Ich spreche daher lieber von Traveller Engagement, also der Bindung der Reisenden ans Travel-Programm. Auch das ist keine neue Aufgabe, aber tatsächlich eine, die stärker in den Fokus gerät.

Nächste Seite: Was bedeutet das genau?

Dossier: Stahlbranche

Dossier Stahlbranche (Teil 1)
(0)

Industrie im Umbruch

Chinesische Billig-Importe machen heimischen Stahlherstellern zu schaffen. Doch nach einigen dramatischen Jahren zeigen EU-Anti-Dumping-Initiativen nun erste positive Konsequenzen. mehr

Dossier Stahlbranche (Teil 2)
(0)

Deutsches Cowboy-Land in Texas

New York, Florida und Kalifornien gehören zu den beliebtesten US-Zielen deutscher Besucher. Ebenso faszinierend ist jedoch Texas, allein schon wegen seiner deutschen Vergangenheit. Eine spannende Region auch für MICE. mehr

 

Weitere Business Travel-Themen

Verpflegungspauschale
(0)

Neue Sachbezugswerte für 2017

Die amtlichen Werte, die für Mahlzeitengestellung außerhalb von Dienstreisen anzusetzen sind, wurden leicht erhöht. Der Betrag für Unterkunftskosten bleibt gleich. mehr

 
© 2017 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Impressum AGB Datenschutz Kontakt Media