Erdbeben im Nahen Osten und Costa Rica

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Opferzahl im Iran steigt weiter

Ein heftiges Erdbeben erschütterte die Kurdengebiete in der iranisch-irakischen Grenzregion. Die Zahl der Toten steigt im Minutentakt. Die ersten Rettungsarbeiten im heutigen Morgengrauen lassen einen weiteren Anstieg der Opferzahlen erwarten.

13.11.2017, 07:23 Uhr
Aus Angst vor weiteren Erdstößen verbrachten im Iran viele Menschen die Nacht von Sonntag auf Montag im Freien.
Foto: imago/Xinhua

Ein schweres Erdbeben in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Nordirak hat Dutzende Menschen in den Tod gerissen. (Update) Nach aktuellem Stand gibt es 348 Tote und 6600 Verletzte, wie das iranische Innenministerium nun mitteilt. Weitere Todesopfer werden befürchtet. Irans Präsident Hassan Ruhani versprach den Menschen in der Erdbeben-Region sofortige Hilfe.

Das Erdbeben der Stärke 7,3 hatte am Sonntagabend die Region erschüttert. Nach Angaben des Geoforschungszentrums Potsdam lag das Zentrum des Bebens in etwa 34 Kilometern Tiefe in der iranischen Provinz Kermanschah rund 500 Kilometer westlich der Hauptstadt Teheran. Später am Abend wurde ein Nachbeben der Stärke 4,5 registriert, am frühen Montagmorgen gab es ein weiteres Nachbeben der Stärke 4,7 auf der Richter-Skala.

Die betroffene Gegend ist eine abgelegene Bergregion, die relativ dünn besiedelt ist. Das genaue Ausmaß der Katastrophe war in der Nacht noch nicht abzusehen. Die meisten Schäden gab es Berichten zufolge in den iranischen Grenzstädten Ghassre Schirin, Sare Pole Sahab und Esgeleh.

Beben der Stärke 6,4 in Costa Rica

Auch in Mittelamerika zitterte am Sonntagabend die Erde. Das Zentrum des Bebens der Stärke 6,4 lag 23 Kilometer südöstlich des Badeortes Jacó an Costa Ricas Pazifikküste, wie die seismologische Beobachtungsstelle des Landes mitteilte. Demnach wurden in der Region mehrere Nachbeben registriert, das heftigste mit einer Stärke von 5,1 auf der Richter-Skala.

Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht. Die Küstenregion ist vor allem bei Surfern beliebt. In der Stadt Alajuela kam es zu Stromausfällen, wie die Zeitung „La Nación“ berichtete. Die gesamte Westküste des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der für seine seismische Aktivität bekannt ist.

Im Erdbeben-Gebiet in den Kurdenregionen vom Iran und Irak verließen aus Angst vor Nachbeben zahlreiche Familien ihre Häuser und verbrachten die Nacht unter freiem Himmel. Die Schulen in den gesamten Grenzprovinzen zum Nordirak bleiben am Montag geschlossen.

Mehrere kurdische Medien berichteten übereinstimmend, das Beben sei in zahlreichen kurdischen Städten und Provinzen wie Halabdscha, Erbil und Duhok zu spüren gewesen. Die irakischen Grenzstädte Halabdscha und Sulaimaniyya riefen Medienberichten zufolge den Notstand aus.

Die Hilfsorganisation Roter Halbmond in der Türkei sowie das türkische Gesundheitsministerium sagten den Betroffenen ihre Hilfe zu. Laut einem Bericht des kurdischen Fernsehsenders Rudaw will der Rote Halbmond unter anderem 3000 Zelte, jeweils 10.000 Betten und Decken sowie mobile Küchen und Heizgeräte in die Region senden. Auch das International Rescue Committee (IRC) teilte auf Twitter mit, man beobachte die Situation in dem Erdbeben-Gebiet und halte sich für Einsätze bereit. (dpa)

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