EU-Kommission

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Verbände machen Druck bei GDS-Entgelten

Der Deutschen Reise Verband (DRV) und die Allianz Selbständiger Reiseunternehmen (ASR) üben beim Thema GDS-Entgelt Druck auf die EU-Kommission aus. Beide Lobby-Verbände drängen auf eine Überprüfung der Gebühr im Sinne des Verbraucherschutzes.

14.11.2017, 08:47 Uhr
Voraus geflogen: Lufthansa hat 2015 den Anfang gemacht und einen GDS-Aufschlag eingeführt. British Airways und Iberia folgten kürzlich.
Foto: Lufthansa

Das Thema GDS-Entgelt ist in Brüssel nicht unbekannt und hat im EU-Parlament eine kurze Debatte ausgelöst. Vor gut zwei Wochen beklagten EU-Parlamentarier, dass der 2015 von Lufthansa eingeführte und nun von British Airways nachgeahmte Aufschlag für Buchungen via Reservierungssysteme ein Angriff auf die Markttransparenz und damit auf den Verbraucherschutz sei. Passiert ist seitdem wenig. Deshalb starten DRV und ASR nun im Parallelgang noch einmal einen Vorstoß Richtung Brüssel.

Der „lapidare Verweis der Kommission auf eine Evaluierung der Regeln zur Preistransparenz als Antwort“ der erwähnten Anhörung im Europäischen Parlament Ende Oktober erscheint den DRV-Lobbyisten nicht befriedigend. „Die zögerliche Haltung der EU-Kommission in Sachen GDS-Gebühren schadet sowohl Privatkunden als auch der Wirtschaft“, moniert etwa der Vorsitzende des DRV-Flugausschusses, Otto Schweisgut, nach der jüngsten Ausschussitzung. „Dass jetzt mit British Airways/Iberia weitere Fluggesellschaften dem Beispiel der Lufthansa folgen und andere wie Air France-KLM sie ankündigen, ist fatal“, so Schweisgut weiter. Die Vergleichbarkeit von Flugpreisen für Verbraucher würde weiter erschwert, schiebt Stefan Vorndran, Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Ausschusses Business Travel im DRV nach. Gemeinsam fordern sie, dass die EU-Kommission, sonst Vorreiter bei Initiativen im Bereich Verbraucherschutz, endlich handeln müsse. „Die GDS-Gebühren sind vollkommen unsinnig und in der Höhe nicht nachvollziehbar“, sagt Vorndran. Sie machten Geschäftsreisen unnötig teurer und kosten die Wirtschaft viele Millionen.

Ins gleiche Horn bläst die ASR. Seit zwei Jahren nun stehen die Überprüfung des von Lufthansa 2015 eingeführten Entgelts an. „Es ist nicht hinnehmbar, dass die EU-Kommission es in der Zeit nicht schafft, zu irgendeiner Aussage zu kommen, zumal das nun andere Airlines ermutigt hat, diese Regelung ebenfalls einzuführen, zum Schaden der Reisevertriebs", tadelt ASR-Präsident Jochen Szech. Auch ihm ist es ein Dorn im Auge, dass nun weitere Airlines dem Lufthansa-Beispiel folgen: „Dass die EU-Kommission durch ihre Untätigkeit nicht nur die Lufthansa bei dieser unfairen Praktik gewähren lässt, sondern auch noch weitere Fluggesellschaften ermuntert, es ihr gleich zu tun, ist schlichtweg ein Skandal“, empört sich Szech. Auch er fordert die EU-Kommission nun zu einer zügigen Bearbeitung des Themas auf. (RIM)

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