Boarding

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Der schnellste Weg zum Flugzeug-Sitz

Die Fluggäste nervt es, und die Airlines verlieren Zeit und damit Geld: Boarding dauert oft ewig, weil Passagiere die Gänge versperren. Forscher haben sich den Kopf darüber zerbrochen, wie es schneller laufen könnte. Wir stellen einige Methoden vor.

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von Oliver Graue, 10.07.2015, 09:00 Uhr
Boarding kann sehr lange dauern – ob vor oder im Flugzeug.
Foto: 1Apix / Alamy

Im Gang stehen, während der Vordermann seine Koffer in die Gepäckablagen wuchtet. Leute vorbeilassen. Aufstehen. Hinsetzen. Wieder aufstehen. Mitunter dauert das Boarding ewig und nervt. Wie es schneller gehen könnte und welche Methode des Einsteigens überhaupt die effektivste ist, darüber streiten Experten seit Langem. Und immer wieder denken sich Forscher neue Konzepte aus, wie sich der Stau am Flieger vermeiden ließe. Und Airlines initiieren sogar groß angelegte Feldversuche. Tatsache ist: Jede Fluggesellschaft will ihre Maschinen so schnell wie möglich füllen, an Chaos ist niemand interessiert. Denn je kürzer das Flugzeug am Gate steht, desto länger kann es in der Luft sein – und Geld einfliegen. Doch trotz allen Nachdenkens über die perfekte Einsteigmethode: Ein Patentrezept ist bis heute nicht gefunden. Vermutlich liegt es daran, dass es sich bei den Passagieren in aller Regel um Menschen handelt. Und deren Verhalten ist nun mal, trotz aller Mathematik, schwer vorhersagbar. Damit Sie mitreden können, wenn Sie sich mal wieder ärgern, stellen wir Ihnen dennoch die bekanntesten Modelle vor. Oder hätten Sie eventuell noch eine Idee?

1. Das Klassenmodell

Als erstes dürfen die First- und Business-Class-Passagiere einsteigen (oder bei Billigfliegern all jene, die Priority Boarding als Zusatzleistung gebucht haben), danach sind Mütter mit Kindern und Personen mit Behinderung an der Reihe. Als letzte Gruppe werden die Economy-Gäste in den Flieger gelassen. Problem: Spätestens in der Holzklasse bilden sich lange Staus, wenn Passagiere vorderer Economy-Sitzreihen den gang versperren, weil sie ihr Handgepäck in die Schließfächer hieven.

2. Das Von-Hinten-Nach-Vorn-Modell

Die Passagiere werden bereits beim einchecken in zwei bis drei gruppen eingeteilt, je nachdem ob sie im hinteren oder im vorderen Teil der Maschine sitzen. Wer hinten sitzt, wird zuerst aufgerufen. Die Idee dahinter ist, dass der Gang nicht direkt von solchen Gästen blockiert wird, die vorn sitzen und minutenlang ihren Krempel verstauen. Viel bringt diese Methode allerdings nicht. Denn nun versperren jene Passagiere den Durchgang, die bereits im ersten oder zweiten Drittel des hinteren Bereichs sitzen. Ein Versuch des US- Nachrichtenportals VOX hat sogar ergeben, dass dieses Modell am zeitraubendsten ist.

3. Das Freie-Platz-Wahl-Modell

Billigflieger wie Easyjet oder Ryanair hatten dieses Konzept lange Zeit verfolgt – sie sind inzwischen jedoch davon abgekehrt. Im Einsatz ist es hingegen noch bei Wizzair und bei Southwest: Passagiere suchen sich ihren Sitzplatz frei aus. So braucht niemand darauf zu warten, bis sein Vordermann beim Einsteigen mit dem Gepäckablegen fertig ist, sondern setzt sich einfach auf den nächsten freien Platz. Klingt in der Theorie gut, hat aber in der Praxis seine Tücken: erstens finden Familien oder Freunde, die eher spät einsteigen, oft keine zusammenhängenden Plätze mehr. Und zweitens streben diejenigen, die als erste in die Maschine gehen, meist ausgerechnet nach Sitzplätzen im vorderen Bereich oder am Gang – und blockieren damit doch alles.

4. Das Erst-Fenster-Dann-Gang-Modell

Manch eine Fluggesellschaft hat aus den Problemen des „Von-Hinten-Nach-Vorn-Modells“ Konsequenz gezogen: Stattdessen lautet das Motto nun „erst Fenster, dann Mitte, dann gang“. Zu denen, die diese Methode verfolgen, gehört united airlines. abgesehen von Familien kommen zunächst nur die Passagiere an Bord, die am Fenster sitzen – es folgen die Gäste auf den Mittel- und schließlich diejenigen auf den Gangsitzen. Vorteil: Niemand braucht mehr aufzustehen, um einen anderen Gast durchzulassen. Das Boarding geht dadurch zwar tatsächlich schneller, verhindert aber auch nicht, dass sich gleich zu Beginn Staus bilden, weil Passagiere ihr Handgepäck in die Schließfächer stellen.

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