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Die besten Flüge nach Nordamerika

Die USA sind das beliebteste Reiseziel deutscher Unternehmen. Aber auch Nachbar Kanada holt deutlich auf. Die besten Flugstrecken.

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von Oliver Graue, 02.01.2018, 11:06 Uhr
Unendliche Weiten: Highway 12 im US-Bundesstaat Utah.
Foto: Visit Utah

Trotz Trump und trotz immer strengerer Sicherheitskontrollen an den Flughäfen: Die USA bleiben das Geschäftsreiseziel Nr. 1 deutscher Unternehmen. Ob es nach New York, Chicago oder Detroit geht: Mit mehr als 100.000 Geschäftsreisenden im 1. Halbjahr 2017 verzeichneten die Vereinigten Staaten sogar ein kleines Plus von 0,5% im Vergleich zum Vorjahr, so eine Auswertung des Kreditkartenanbieters Airplus. Damit gingen 3,9% aller geschäftlichen Flüge aus Deutschland in die USA, weitere 0,3% hatten Kanada zum Ziel (insgesamt plus 1%).

Zu den Top-5-Zielen gehören neben dem Airplus-Business-Travel-Index zufolge neben New York auch Chicago, Detroit, San Francisco und Atlanta. Die weitaus meisten deutschen Reisenden fliegen direkt – bevorzugt ab Frankfurt. Und schließlich: Mit 42,6% ist die Business Class die am meisten gebuchte Klasse für Transatlantikflüge, gefolgt von der Economy (35,4%) und der Premium Economy (13,7%).

Fakt jedoch ist: Durch die Air-Berlin-Pleite geht eine Fluggesellschaft verloren, die relativ viele USA-Strecken angeboten hatte – und das zu oft guten Preisen. Immerhin ersetzt Eurowings die Fort-Myers- und Orlando-Flüge ab Düsseldorf. Letztere ist wichtiges Tagungs- und Messeziel in Florida. Miami wird von Lufthansa angeflogen. Ansonsten verliert Düsseldorf deutlich bei den USA-Zielen.

Air-Berlin-Wegfall mit Folgen

Die Auswahl an Direktflügen ab Deutschland bleibt dennoch groß. Das breiteste Angebot hält Frankfurt mit 19 Zielen bereit, hinzu kommen die kanadischen Destinationen Calgary, Montreal, Ottawa, Toronto und Vancouver. Außer Lufthansa starten ab Frankfurt im Winter 2017/18 Delta (nach Atlanta, Detroit und New York), American (nach Charlotte und Dallas) sowie United (Chicago, Houston, New York, San Francisco und Washington). Condor fliegt nach Las Vegas und Seattle, Singapore Airlines nach New York. American bietet als erste US-Gesellschaft die Premium Economy an. Ab München wiederum lassen sich im Winter 2017/18 elf US-Städte erreichen. Nach Atlanta verkehrt allein Delta, nach Philadelphia American. United startet ab Bayerns Landeshauptstadt im Winter nach Chicago, New York und Washington. Die übrigen Ziele bedient LH. Weitere Abflüge in Richtung USA und Kanada gibt es an den Flughäfen Zürich, Wien, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln und Stuttgart, einige nur saisonal (siehe Tabelle).

Tickets mittelfristig teurer

Wer innerhalb Amerikas weiterfliegt, trifft auf einen stark konzentrierten Airline-Markt: Mit American, Delta und United sind nur drei der traditionsreichen US-Linienflieger übriggeblieben. Insgesamt vereinen inzwischen ganze fünf Airlines mehr als 90% des Flugmarktes auf sich. Im Vergleich zu Europa sind die Ticketpreise für Inlandsstrecken hoch; Ein echter Wettbewerb zwischen den Anbietern findet kaum noch statt.

Auf eine ähnliche Entwicklung müssen sich Travel Manager für die Transatlantik-Route gefasst machen. „Auch hier arbeiten die Airlines verstärkt zusammen, geben ihre kommerzielle Eigenständigkeit auf, bilden Joint Ventures, in denen kein Wettbewerb mehr herrscht“, sagt Prologis-Chef Gerd Pontius. „So entstehen etwa in Richtung USA monopolistische Strukturen, weil sich die einzelnen Fluggesellschaften untereinander abstimmen.“

Die unangenehme Folge für Firmenkunden: deutlich steigende Ticketpreise. Bereits heute vermarktet Delta ihre Flüge gemeinsam mit den Joint-Venture-Partnern Air France, KLM und Alitalia. Lufthansa fliegt unter dem Namen A++ gemeinsam mit United und Air Canada, Und British Airways schließlich sitzt mit American in einem Boot. Auf kurze Sicht führt die derzeit unsichere politische Situation jedoch dazu, dass die Flugpreise recht stabil bleiben. Lediglich für die Business Class gehen die Geschäftsreiseanbieter von leichten Steigerungen aus.

Sparen kann meist derjenige, für den es nicht unbedingt ein Direktflug über den großen Teich sein muss – auch mit Blick auf die kleineren Fluggesellschaften. So fliegt zum Beispiel die skandinavische SAS einige USA-Ziele via Kopenhagen, Stockholm und Oslo an. Und zunehmend beliebter werden die Angebote der Icelandair: Mit Umsteigen in Keflavik bieten die Isländer elf Städte in den USA und fünf in Kanada an. Mit Wow, Norwegian, Eurowings und der British-Airways-Tochter Level sind zudem einige Billig-Airlines unterwegs.

US-Einreise schon in Dublin

Preislich attraktiv dürfte auch die stark expandierende polnische LOT sein, die via Warschau Chicago, New York, Los Angeles und Toronto ansteuert, mit etlichen Zubringern ab Deutschland. Die irische Aer Lingus wiederum wirbt für ihre USA-Flüge mit dem sogenannten Pre-Clearing: Bereits vor dem Abflug wird in Dublin die komplette US-Einreiseprozedur vorgenommen. Die Ankunft in den USA erfolgt somit stressfrei. Für Dublin sollte man eine Umsteigezeiten von mindestens drei Stunden einplanen. Aer Lingus fliegt nach Boston, Chicago, Hartford (Connecticut), Los Angeles, Miami, New York, Orlando, San Francisco, Washington und Toronto. Im Sommer kommen Philadelphia und neu Seattle hinzu.

Deutlich zulegen konnten in der jüngsten Zeit Geschäftsreiseziele in Kanada. Laut Airplus verzeichnete der nördliche Nachbar der USA im 1. Halbjahr ein Plus von 8,6%. Direktflüge ab Deutschland, Österreich und der Schweiz bietet neben den Lufthansa-Marken vor allem Air Canada.

Wichtig: Genau wie für die US-Einreise (ESTA) müssen auch Kanada-Reisende vor ihrem Abflug zwingend eine elektronische Einreiseerlaubnis einholen (ETA). Beantragen lässt sie sich online direkt auf der Homepage der kanadischen Regierung (go.biztravel.de/etakanada). Man sollte vorsichtig sein vor nicht-offiziellen Websites, die deutlich überhöhte Gebühren erheben und teilweise gefälschte Dokumente ausstellen!

Tatsächlich kostet die ETA lediglich fünf Euro (sieben Kanadische Dollar) und gilt für fünf Jahre. USA-Reisende müssen sich ebenfalls online registrieren. Dabei ist das ESTA-Dokument zwei Jahre lang gültig und kostet 14 Dollar (go.biztravel.de/estausa). Wer nicht sicher ist, ob seine Genehmigung noch aktuell ist, kann dies ebenfalls auf dieser Seite jederzeit abfragen.

Kanada will übrigens nicht nur bei den Geschäftsreisen, sondern auch in Sachen MICE im europäischen Markt deutlich zulegen. Dabei setzt es ganz besonders auf seine Weltoffenheit – und positioniert sich damit als Gegenstück zu Donald Trump und den USA. Zudem verspricht Kanada, anhand eines Matrix-Systems für jede Branche den passenden Ort im Land für ein entsprechendes Meeting oder Event zu finden. Vor allem aber wirbt das Land mit seiner Landschaft: Für das US-Reisemagazin Lonely Planet war Kanada 2017 das „Muss“-Ziel des Jahres.

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