Regionalflieger

(0)

VLM rollt wieder an den Start

Mit neuem Besitzer und neuem Konzept kehrt die flämische VLM zurück. Mehrere deutsche Städte sind im Flugplan.

von Oliver Graue, 29.05.2018, 12:31 Uhr
Fokker-50 der VLM
Foto: VLM

Fast 25 Jahre lang war VLM Airlines unterwegs – erfolgreich. Mehrmalige Eigentümerwechsel sorgten zuletzt jedoch für Instabilität im Unternehmen: Mitte 2016 meldete die flämische Fluggesellschaft, die unter anderem vom Bodensee-Airport Friedrichshafen startete, Insolvenz an. Übernommen wurde die Insolvenzmasse von der chinesisch-holländischen Gesellschaft SHS Antwerp Aviation. Bereits damals hatten die Investoren angekündigt, die Fluggesellschaft wiederbeleben zu wollen, jedoch eine neue Strategie zu verfolgen. Vor wenigen Wochen nun hat SHS ihren Plan wahrgemacht: VLM Airlines hebt wieder ab. Besonders aktiv ist sie in Deutschland, und wichtigste Zielgruppe sind Geschäftsreisende. Über das neue Konzept und die Zukunft der Airline haben wir mit Konstantijn Huys gesprochen, Commercial Director der VLM.

Was hat die alte VLM mit der neuen VLM überhaupt noch zu tun?

Äußerlich vor allem zwei Dinge: Sowohl das Logo als auch den Namen haben wir beibehalten. Denn trotz der Insolvenz 2016 lebt bei den weitaus meisten Menschen unser damaliger guter Ruf weiter. Geblieben ist auch unsere Flotte aus sechs Fokker-50-Turboprop-Maschinen. Und weil deren Reichweite limitiert ist, liegt unser Schwerpunkt gestern wie heute auf der Kurzstrecke.

Ihr Investor hatte ein ganz neues Konzept angekündigt ...

Daran arbeiten wir. SHS hat VLM mit dem Ziel gekauft, Touristen aus chinesischen Städten der zweiten Reihe nach Europa zu fliegen – ein riesiger Markt. Voraussetzung dafür ist, dass wir auch innereuropäisch über ein gutes Netz verfügen, das als finanzielle Basis dient und den Touristen Anschlussflüge zur Verfügung stellt. Diesen Schritt gehen wir jetzt, indem wir ein europäisches Netzwerk aufbauen.

Welche Routen planen Sie?

Konstantijn Huys
Foto: VLM

Im Juni werden wir die innerdeutsche Strecke Köln–Rostock aufnehmen. Außer auf Touristen, die an die Ostsee möchten, setzen wir auf Geschäftsreisende und führen intensive Gespräche mit Travel Managern und Geschäftsreiseketten. Zudem starten wir ab Antwerpen, unserem Heimatflughafen, nach Köln und nach Aberdeen. Seit Dezember bedienen wir ab Antwerpen bereits München, Birmingham, London City und Zürich.

München–Maribor haben Sie von fünf auf zwei wöchentliche Flüge reduziert ...

Die Nachfrage ist noch nicht so groß wie erhofft. Langfristig gehen wir davon aus, dass sich für slowenische Touristen München als Umsteigeflughafen etabliert. Dann werden wir die Frequenzen wieder verstärken.

Derzeit agieren Sie noch als reine Regional-fluggesellschaft. Rentiert sich das?

Ab unserem Heimatflughafen Antwerpen besteht Nachfrage für eine solche Airline, das Marktpotenzial ist vorhanden. Grundsätzlich aber haben Sie recht: Als Regionalflieger völlig eigenständig zu operieren ist wirtschaftlich fast unmöglich. Sobald wir unseren Vertrieb über die Reservierungssysteme aufgebaut haben, werden wir Partnerschaften mit anderen Airlines eingehen in Form von Code Sharing und Interlining. Wir sprechen bereits mit mehreren Airlines darüber.

Wer garantiert, dass sich Ihnen in Antwerpen nicht ein Billigflieger vor die Nase setzt, wenn Sie erfolgreich sind?

Unser Glück ist die noch recht kurze Startbahn in Antwerpen, die sich für Boeing- oder für Airbus-Maschinen nicht eignet. Tatsächlich aber müssen wir jetzt schnell handeln, ein gutes Netz aufbauen und stark werden, um uns gegen mögliche Konkurrenz zu wappnen.

Reichen dafür die Turpoprops Fokker 50?

Die Fokker 50 haben den Vorteil, dass sie sehr sparsam zu betreiben sind. Um größere Reichweiten fliegen sie können, schauen wir uns derzeit dennoch nach anderen Flugzeugytpen wie zum Beispiel ATR, Dash oder Embraer um. Damit wollen wir unsere Flotte vergrößern, nach und nach aber auch die Fokker ersetzen.

Planen Sie weitere innerdeutsche Flüge?

Ja, wir werden uns definitiv für weitere Slots bewerben, können aber noch keine konkreten Routen nennen. Das Ende der Air Berlin hat eine Lücke geschaffen, die uns Chancen gibt.

Wie hoch sind Ihre Ticketpreise?

Das ist von der jeweiligen Strecke abhängig. Vordergründig können wir natürlich keine Billigpreise anbieten. Die Raten rentieren sich dennoch, wenn man Faktoren wie Zeitersparnis und Service einrechnet. Und für ein begrenztes Kontingent etwa auf Mittagsflügen steigen wir mit 59 Euro ein

Quiz
(0)

Erkennen Sie die Airline?

Wie viele von diesen 15 Airline-Logos können Sie richtig zuordnen?

 

Weitere Business Travel-Themen

 

Neue Flüge ab Winter 2014/15

03.12.2014 Dateigröße 4,64 MB Jetzt herunterladen

Überblick über alle geschäftsreiserelevanten Ziele, die frisch in den Flugplänen auftauchen.

 

Tagen am Airport

08.12.2014 Dateigröße 1,82 MB Jetzt herunterladen

Diese Tagungshotels lassen sich bequem zu Fuß vom Flughafen erreichen.

 
© 2018 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Impressum AGB Datenschutz Kontakt Media