Flüge nach Südamerika

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Kontinent in Turbulenzen

Konjunkturell gesehen bietet der Kontinent ein differenziertes Bild. Die Zahl der Geschäftsreisen bleibt dennoch hoch.

von Oliver Graue, 24.11.2017, 15:58 Uhr
Blick auf Bogota (Kolumbien): Eine Seilbahn fährt auf den 3152 Meter hohen Cerro de Monserrate.
Foto: Friedrich Stark / Alamy

Venezuela gleitet in die Diktatur ab, in Ekuador und Bolivien toben gefährliche Machtkämpfe, in Brasilien verschärfen sich Korruption und Kriminalität: Seit den Militärputschen nach 1950 war Südamerika dem Chaos selten so nahe. Lichtblicke sind das marktwirtschaftlich geprägte Chile, aber auch Argentinien. Dort schaffte es der neue Präsident Mauricio Macrider, die Wirtschaft nach ihrem Niedergang in der Cristina-Kirchner-Ära ein wenig zu stabilisieren.

Bemerkenswert ist die Entwicklung vor allem in Kolumbien: Das einst von Drogenkrieg und Terror geplagte Land steigt in der Gunst der Investoren, weist die niedrigste Mordrate seit Jahrzehnten aus und lockt immer mehr Touristen an. Auch wirtschaftlich geht es in Kolumbien deutlich nach oben.

Insgesamt hat der Geschäftsreiseverkehr zwischen Deutschland und Südamerika zuletzt zwar leicht abgenommen, dennoch führt nach wie vor jeder 20. von deutschen Unternehmen gebuchte internationale Flug auf diesen Kontinent. Mit 56,5% Anteil liegt laut Analyse des Zahlungsanbieters Airplus Brasilien deutlich vorn. Das Land ist nicht nur das mit Abstand größte in Südamerika, sondern beherbergt mehr als 1300 hiesige Firmen. Die Region Sao Paulo gehört mit 900 Betrieben sogar zu den weltweit wichtigsten Standorten der deutschen Wirtschaft außerhalb des eigenen Landes. Die am häufigsten angeflogenen Ziele sind laut Airplus Sao Paulo, Buenos Aires, Santiago de Chile, Bogota und Rio.

Und: Wegen der sehr langen Flugstrecke lassen die meisten Unternehmen die Business Class zu. Airplus zufolge dürfen auf Südamerika-Routen 59% der deutschen Geschäftsreisenden vorne Platz nehmen, für 14,1% ist die Premium Economy gestattet – in beiden Fällen mehr als im Vorjahr (siehe Statistiken auf Seite 36 in dieser Ausgabe).

Umsteigen in Lissabon

Im Vergleich etwa zu Asien-Verbindungen ist allerdings die Zahl der Nonstop-Flüge ab Deutschland gering. Ab Frankfurt verkehren im Linienflug lediglich Lufthansa (nach Bogota, Buenos Aires, Rio und Sao Paulo) und Latam. Diese fliegt täglich nonstop von Frankfurt nach Sao Paulo und mit Zwischenstopp in Madrid nach Santiago de Chile. Firmenkunden nutzen aber auch den Ferienflieger Condor, der ab Frankfurt Ziele wie Fortaleza und Recife (auch ab München) ansteuert. Mit den Flugpartnern Azul und GOL bestehen von dort Anschlüsse in weitere Städte.

Alternativ ist der Umstieg bereits in Europa möglich. Brasilien-Spezialist ist TAP Air Portugal. Via Lissabon fliegt die Airline mit A-340 und A-330 nach Rio, Sao Paulo, Salvador, Recife, Natal, Fortaleza, Belem, Brasilia, Porto Alegre und Belo Horizonte. Zubringer ab Deutschland bestehen von 7 Flughäfen; seit Juni 2017 auch von Köln und Stuttgart. Auch für die Langstrecke gilt seit kurzem ein neues Preiskonzept: Reisende können zwischen insgesamt sechs Tarifen wählen, von Economy Discount (nur Handgepäck) über Classic (auch Check-in-Koffer und Platzreservierung) bis zur Luxusvariante Top Executive. Ihre A-330 versieht TAP derzeit mit einer ganz neuen Kabinenausstattung.

In Richtung Südamerika fliegen aber auch Air France via Paris sowie die spanischen Airlines Iberia und Air Europa (über Madrid). Iberia bedient neben Rio und Sao Paulo auch Buenos Aires, Santiago, Bogota, Medellin, Quito, Lima, Montevideo und Caracas; Air Europa fliegt unter anderem Sao Paulo, Montevideo und Lima an. Als preislich attraktiv gilt auch Alitalia: Sie verbindet Rom mit Buenos Aires und dem chilenischen Santiago sowie mit Sao Paulo und Rio. Zubringer von Alitalia nach Rom bestehen ab Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München, Stuttgart und Wien.

Viele Flüge ab Madrid

Nach Bogota, Cali und Medellin verkehrt die kolumbianische Avianca ab Madrid (ab London und Barcelona nur nach Bogota). Der LH-Flug ab Frankfurt wird im Codeshare geflogen, und ab Bogota fliegt Avianca weiter in andere Städte Kolumbiens sowie nach Peru und Ekuador. Weitere Ziele innerhalb Südamerikas bedient via Panama auch Copa Airlines.

Boliviana de Aviacion fliegt ab Madrid Santa Cruz und Cochabamba in Bolivien an; die 2011 gegründete Plus Ultra Líneas Aéreas bedient ab Madrid und Barcelona die Ziele Lima und Santiago. Auf den innerperuanischen Verkehr ab Lima konzentriert sich LC Peru. Ab Madrid, Barcelona und Rom startet Aerolíneas Argentinas nach Buenos Aires und von dort zu weiteren 37 innerargentinischen und 18 südamerikanischen Zielen. Dabei könnten ab Argentiniens Hauptstadt bald weitere Airlines direkt nach Deutschland fliegen: An der Strecke Frankfurt–Buenos Aires zeigt sich zum Beispiel Sapsa interessiert, und Buenos Aires International will Frankfurt, München, Zürich, Wien und Salzburg ansteuern.

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