Flugsicherheit

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Gefährliche Batterien im Dreamliner

Vor knapp zwei Jahren führten ernste Vorfälle mit neuartigen Batterien in der Boeing B-787 zum Grounding dieser Jets. Nun legt die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB ihren Unfallbericht vor.

02.12.2014, 14:56 Uhr
Die B-787, die Boeing Dreamliner nennt, hat insgesamt acht Lithium-Ionen-Akkus an Bord.
Foto: Jim Anderson/Boeing

Selten kommt es vor, dass Behörden den gesamten Flugbetrieb für ein Flugzeugtyp untersagen. Im Fall der vollkommen neu entwickelten Boeing B-787 geschah dies jedoch Anfang 2013 – zum Leidwesen des Flugzeug-Herstellers Boeing und der Airlines, die die nagelneuen Dreamliner plötzlich nicht mehr einsetzen konnten. Doch die Gründe für dieses Grounding waren durchaus gegeben, wie ein jetzt veröffentlichter Unfalluntersuchungsbericht vom National Transportation Safety Board (NTSB) beweist.

Es wird darin sogar von Konstruktionsfehlern und unzureichenden Überprüfungen der Zulassungsbehörde FAA berichtet. Dem NTSB-Chef Christopher Hart stößt besonders der geradezu schlampige Umgang mit der neuen Batterie-Technologie auf. Bei der Konstruktion der B-787 habe Boeing der Einfachheit halber ausgeschlossen, dass überhitzte Batteriezellen auch benachbarte Zellen in Brand setzen könnten. Doch genau das ist am 7. Januar 2013 am Flughafen in Boston in einem Dreamliner am Boden geschehen. Die Maschine der japanischen Fluggesellschaft JAL war zum Glück beim Einsetzen des Brandes ohne Passagiere an Bord. Aber: Die sofort gerufene Flughafen-Feuerwehr konnte den Brand nicht löschen. Kurzerhand wurden dann die Lithium-Ionen-Akkus aus dem neuen Jet entfernt.

Das Überhitzen der Akkus führte laut Unfallbericht zu einer starken Rauchentwicklung und dem Ausstoß brennbarer Stoffe aus den Batterien, die zu einem Brand führten, der auf weitere Akkus übergriff. Wäre dies im Reiseflug geschehen, wäre es höchstwahrscheinlich zum Totalverlust der Maschine und einem fatalen Absturz gekommen.

Die NTSB gibt in ihrem Unfalluntersuchungsbericht nun insgesamt 15 Sicherheitsempfehlungen, die Boeing, die US-Zulassungsbehörde FAA und der Batteriehersteller GS Yuasa befolgen müssen. Dies sollte verhindern, dass es künftig zu Batterieproblemen kommen kann.

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