Grünes Steuerparadies

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Business Knigge für Irland

Als besonders solidarisch gelten die irischen Politiker und Parteien nicht – in der EU nehmen sie gern Extrawürste für sich in Anspruch. Wer geschäftlich nach Irland reist, sollte einige Regeln beachten.

von Martin Jürs, 01.12.2017, 14:09 Uhr
Malerisch: die bunten sogenannten Deck-of-Cards-Häuser samt Kirche in Cobh.
Foto: Gettyimages

So richtig gut ist man in der Europäischen Union (EU) nicht auf Irland zu sprechen. Das Land sorgt nach Ansicht der EU mit seinen eher laxen Steuergesetzen dafür, das Konzerne wie Apple zu wenig Geld an die Staaten der Gemeinschaft abführen. Auch deshalb hat die EU-Kommission die Regierung der grünen Insel dazu verdonnert, 13 Mrd. Euro von dem IT-Konzern mit dem Apfel-Logo einzutreiben.

Auch diese unternehmerfreundlichen Steuerregelungen haben dazu beigetragen, dass Irland sich von den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 wieder erholt hat. Allein 2015 wuchs die Wirtschaft um erstaunliche 26,3 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es mit 4,9 Prozent zwar deutlich weniger, trotzdem ist dies mit Blick auf die gesamte EU noch ein überdurchschnittlicher Wert. Deutschland gehört zu den wichtigsten Handelspartnern Irlands. Bei den Einfuhren des Landes rangierte die Bundesrepublik 2015 mit einem Anteil von etwa 9,3 Prozent auf Rang drei. Bei den irischen Exporten belegt man mit einem Anteil von 6,6 Prozent den vierten Platz. Wer in Irland Geschäfte machen will, sollte nicht mit schnellen Abschlüssen rechnen – auch weil Hierarchien in dem katholisch geprägten Land eine große Rolle spielen und gerade untergeordnete Mitarbeiter nicht selten wenig Initiative zeigen.

Tipps und Tabus

Kleidung Der Business-Mann sollte Anzug mit Krawatte tragen, die Geschäftsfrau am besten ein Kostüm.

Pünktlichkeit Pünktliches Erscheinen zum vereinbarten Termin wird erwartet.

Begrüßung Man begrüßt und verabschiedet sich mit Handschlag. Bei der Anrede geht man vom „Madame“ und „Sir“ meist schnell zum Vornamen über.

Verhandlungen Man sollte sich vom oft herzlichen Charakter der Gespräche nicht täuschen lassen. Die Teilnehmer bereiten sich gut auf die Verhandlungen vor.

Tabus Der Nordirland-Konflikt sollte nicht angesprochen werden. Das gleiche gilt für das Verhältnis zu Großbritannien.

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