Business-Ziel Edinburgh

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Hauptstadt der Festivals und Events

Schottlands Metropole gilt als eines der Top-Technologiezentren in Europa, unterhält vier Universitäten und lockt mit zahlreichen Veranstaltungen: Kongress- und Eventplaner zieht es zunehmend nach Edinburgh. Vor allem im medizinischen Bereich punktet die Stadt.

von Andreas W. Schulz, 30.10.2018, 10:41 Uhr
Edinburgh Castle
Foto: Andreas W. Schulz

Edinburgh, die schottische Hauptstadt seit dem 14. Jahrhundert und Sitz des neu konstituierten schottischen Parlaments seit 1999, stand schon immer etwas mehr im Fokus als die größte schottische Metropole Glasgow. Die Rivalität der beiden Städte soll bis 1656 zurückreichen, als der Stadtrat von Glasgow die Qualität des lokalen Brotes bemängelte und zwei pfiffige Bäcker aus Edinburgh eine bessere Qualität mit Edinburgh „Standards“ anboten.

Der Fehdehandschuh war geworfen. Bis heute hält dieser Wettbewerb, der jetzt mehr sportlich ausgetragen wird, zwischen den beiden größten schottischen Städten an. International wird Edinburgh als das Tor nach Schottland angesehen. Die meisten Reisen in die Highlands beginnen in Edinburgh – und auch sonst gehört die Stadt im Ranking zu den Top-Technologiezentren in Europa. Sie hat gleich vier Universitäten von hohem Rang und eine Reihe von erstklassigen international bekannten Festivals zu bieten wie das „Edinburgh Fringe“ oder das „Edinburgh Tatoo“.

Edinburgh ist eine relativ kompakte Stadt, die viele ihrer historischen Sehenswürdigkeiten und spektakulären Event-Locations von den Hotels bequem erreichen lässt. Gerade das macht in dieser Melange die Stadt attraktiv für Veranstaltungen, Kongresse und Meetings.

Stark bei Medizin, Tiermedizin und Ökologie

Veranstaltung im National Museum of Scotland
Foto: Andreas W. Schulz

„Wir sind im Ranking für Technologiezentren in kleineren Städten innerhalb Europas, dem nahen Osten sowie Afrikas auf Platz vier gewählt worden“, sagt Amanda Ferguson, die Chefin Conventions von Marketing Edinburgh. „Wir sind stark in der Forschung bei Medizin, Tiermedizin und Ökologie, haben viele kreative Dienstleistungen, Kultur, Filmindustrie“. Auch für Convention Edinburgh ist es strategisch sehr wichtig, eng mit den wissenschaftlichen Institutionen der Universitäten zusammenzuarbeiten, um internationale Kongresse in die Stadt zu holen.

Als erfolgreiches Beispiel nennt sie den in 2020 stattfindenden „6th World One Health Congress“. Dieser Kongress wird in einer einmaligen interdisziplinären Form Gesundheitsthemen der Human-, Tier- und Umweltmedizin miteinander verbinden und mehr als 2000 Teilnehmer in das Edinburgh International Conference Centre (EICC) holen.

Enge Verzahnung mit der Politik

„Auch ist die enge Zusammenarbeit mit der schottischen Regierung hervorzuheben, die uns bei der Akquisition von internationalen Kongressen sehr unterstützt“, hebt Ferguson hervor. Ohne diese enge Verzahnung und Nutzung von Synergien in Wissenschaft und Politik ist es heute im internationalen Wettbewerb um Kongresse und Veranstaltungen kaum mehr möglich, dauerhaft erfolgreich zu sein.

Auch der Nachwuchs wird in einem Studiengang „Business Event Management“ an der renommierten Edinburgh Napier University gleich an das Thema praxisnah herangeführt. Der Masterstudiengang erhielt als erstes Programm des Landes die Mitgliedschaft der „International Congress and Convention Association“ (ICCA). Es war zugleich auch der erste Studiengang seiner Art im Vereinigten Königreich, der 2017 in Zusammenarbeit mit dem EICC entwickelt wurde.

Mitglied in der internationalen Kongress-Vereinigung

Mit der Mitgliedschaft im ICCA haben die Studenten gleichzeitig Zugriff auf Brancheninformationen, globale Trend- und Forschungsanalysen. Auch Geschäftsreisende können sich an dieser pragmatischen Herangehensweise in Form einer neuen App „Surgeons Quarter“ erfreuen, die derzeit mehr als 2200 Konferenzen und Veranstaltungen pro Jahr im Royal College of Surgeons in Edinburgh betreut. Die App folgt dem wachsenden Trend, den Delegierten und Konferenzorganisatoren ein einfach zu bedienendes Online-Portal zur Verfügung zu stellen, das beispielsweise praktische und aktuelle Hinweise etwa über Gastronomie, Hotels und Kulturveranstaltungen gibt.

Gerade Informationen über Hotels sind manchmal besonders dann interessant, wenn sie, wie das Novotel in der Innenstadt von Edinburgh, in Festivals mit eingebunden werden, wie das wohl international größte „Fringe-Festival“, das immer im August über die ganze Stadt verteilt eine gigantische Zahl von Kunst-und Kulturveranstaltungen dem Besucher anzubieten hat. Edinburgh ist nicht allein Schottland, ist sich Ferguson voll bewusst, „aber Edinburgh hat sich als die schottische Metropole positioniert, die internationale Veranstaltungen in die Region holt – und damit auch das gesamte Land wirtschaftlich profitiert“. Ein Bestandteil, der in Zeiten des nahenden Brexit umso wichtiger wird, Weltoffenheit zu demonstrieren.

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