MICE in Uerdingen

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... und darauf einen Dujardin!

Vor allem sein Fußballverein machte Uerdingen einst bundesweit bekannt. Obwohl es nur ein Stadtteil von Krefeld ist, bietet es Reisenden und MICE-Teilnehmern eine Menge. BizTravel war vor Ort.

von Oliver Graue, 09.04.2018, 12:58 Uhr

Es gilt als eines der größten Fußballspiele aller Zeiten: Als der FC Bayer Uerdingen am 19. März 1986 Dynamo Dresden im Viertelfinale des Europapokals mit 7:3 besiegte, war dies eine Sensation. Immerhin hatten die Uerdinger – trainiert von Kalli Feldkamp – im Hinspiel in der DDR mit 0:2 verloren und lagen nach der 1. Halbzeit auch im Rückspiel mit 1:3 zurück. Eigentlich hoffnungslos. Beim „Wunder von der Grotenburg“ erzielten die Spieler in den zweiten 45 Minuten dann glatt sechs Treffer. Zuvor hatten sie in der Bundesrepublik den DFB-Pokal geholt: mit einem 2:1 gegen Bayern München.

Cognac und Schienenbus

Zeiten, die vorbei sind. Nach der Trennung von Bayer verlor der Verein nicht nur seinen Hauptsponsor, sondern rutschte in den folgenden Jahren bis in die 6. Liga (Niederrhein-Liga) ab. Dieses Jahr allerdings könnte dem KFC, wie er sich inzwischen nennt, der Wiederaufstieg in die 3. Liga gelingen.

Doch nicht allein der Fußball hat die Rheinstadt überregional bekannt gemacht. Eisenbahnfans ist der Uerdinger Schienenbus ein Begriff. Bis 1983 hatte die damalige Deutsche Bundesbahn Tausende dieser roten Fahrzeuge im Einsatz. Gebaut wurden sie in Uerdingen – heute fertigt Siemens übrigens an selber Stelle Hochgeschwindigkeitszüge für die ganze Welt. Und wer dann und wann einem guten Tröpfchen nicht abgeneigt ist, auch der kennt Uerdingen: Henry Melcher begann im Jahre 1810, hier Cognac zu brennen. Der Name seiner populärsten Marke war seit 1952 fast täglich im Fernsehen zu sehen, wo er mit dem Slogan beworben wurde: „Darauf einen Dujardin!“

Abrisspläne zum Glück gescheitert

Der Weinbrand wird inzwischen zwar im westfälischen Oelde hergestellt, die einstige Fabrik jedoch gehört zu den herausragendsten Gebäuden Uerdingens und steht unter Denkmalschutz. Übrigens war sie Kulisse für gleich drei Kinofilme: „Das Wunder von Bern“, „Die Erfindung der Currywurst“ und „Maria, ihm schmeckt‘s nicht“. Für MICE-Gruppen bieten sich Besichtigungen der historischen Betriebsstätte an (Terminvereinbarung unter Tel. 02151-483239).

Was viele nicht wissen: Trotz seiner vielen Sehenswürdigkeiten ist Uerdingen bereits seit 1929 keine eigene Stadt mehr: Damals wurde sie Krefeld eingemeindet, verfügte bis 1975 jedoch über einen besondere Autonomie. Und nach wie vor sehen sich viele der 19.000 Uerdinger als Bürger einer eigenständigen Stadt – überdies einer hübschen mit vielen historischen Gebäuden wie dem klassizistischen ehemaligen Rathaus.

Denn anders als Krefeld, dass die Alliierten 1945 in Grund und Boden bombten, blieb Uerdingen von Luftangriffen weitgehend verschont. Der Plan mancher Krefelder, ihre Stadt am Rhein ganz neu zu bauen und Uerdingen dafür abzureißen, wurde zum Glück nicht umgesetzt. Und noch heute singen die Menschen bei allen sich bietenden Gelegenheiten ihre Uerdinger Hymne: „Oeding blievt Oeding (os Städtche am Rhien)“.

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