Hurghada nach dem Attentat

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Veranstalter gehen einheitlich vor

Ägypten-Kunden können nicht kostenlos umbuchen oder stornieren. Dafür gebe es keine Grundlage, so der Vorsitzende des DRV-Auslandsausschusses, Hans-Dieter Lohneis. Er hofft wie das Fremdenverkehrsamt auf nur begrenzte Auswirkungen durch den Angriff auf Touristen.

von Klaus Hildebrandt, 17.07.2017, 11:44 Uhr
Studiosus-Manager Hans-Dieter Lohneis leitet den DRV-Auslandsausschuss. Dem DRV kommt eine wichtige Rolle beim Krisen-Management der Branche zu.
Foto: Parzinger/Studiosus

Der Messerangriff in zwei Hotels in Hurghada, dem zwei Deutsche zum Opfer fielen, könnte den Tourismus in Ägypten kurzfristig dämpfen. Sollte es aber keine weiteren Vorfälle geben, dürften die Auswirkungen begrenzt bleiben, meint Hans-Dieter Lohneis (Studiosus), der den Auslandsausschuss des Deutschen Reise Verbands (DRV) leitet. „Leider sind derartige Akte von Einzeltätern heute Teil unserer Lebenswirklichkeit“, sagt Lohneis unter Verweis auf Anschläge von IS-Sympathisanten in Europa.

Es habe Telefonate der Mitglieder des Ausschusses gegeben. Tenor sei, dass es für kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen der Veranstalter „keine rechtliche Begründung“ gebe, da das Auswärtige Amt seine Reise- und Sicherheitshinweise für Ägypten nicht geändert habe. Gleichwohl müsse jeder Veranstalter für sich beurteilen, „ob er im Einzelfall Kulanz gewährt“. So bietet FTI Gästen des Hotels Sunny Days El Palacio, wo der Attentäter nach der tödlichen Attacke am Strand des Hotels Zahabia Beach weitere Urlauberinnen verletzte, die kostenlose Umbuchung auf andere Hotels an.

Das ägyptische Fremdenverkehrsamt in Berlin bedauert den Vorfall, geht aber derzeit nicht von einem Abbruch des jüngsten Aufwärtstrends aus. Der Leiter des Berliner Büros, Mohamed Abdel Gabar, verweist ebenfalls auf die Reise- und Sicherheitshinweise des deutschen Außenministeriums, die unverändert nicht von Reisen zu den großen Touristenzentren am Roten Meer abraten. Gewarnt wird weiterhin nur vor bestimmten Regionen auf dem Sinai und der Sahara.

Ägypten verzeichnete bislang in diesem Jahr hohe Zuwächse. In den ersten vier Monaten reisen 227.000 Deutsche ins Land, 35 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. 2016 war allerdings nach dem Absturz eines russischen Urlauberjets Ende 2015 mit nur 654.000 deutschen Besuchern ein Tiefpunkt, 2015 waren noch gut eine Million deutsche Besucher gezählt worden.

Reisebüros berichten von vermehrten Anfragen von Gästen, deren Reise unmittelbar bevorsteht. In fast allen Fällen, so heißt es in Facebook-Foren, habe man die Kunden beruhigen können. Kunden eines Reisebüros haben am Wochenende ihre Reise allerdings nicht angetreten, obwohl sie nicht kostenlos stornieren konnten. Es gebe jedoch auch Neubuchungen für Ägypten und Hurghada, berichten Agenturen.

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