Hurrikan „Maria“

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Puerto Rico schwer verwüstet

Hurrikan „Maria“ ist über Puerto Rico hinweggefegt und hat wie befürchtet schwere Schäden hinterlassen. Mindestens ein Mensch starb. Das US-Außengebiet appelliert an Präsident Donald Trump, rasch Hilfe zu schicken.

21.09.2017, 10:34 Uhr

Überflutungen, zerstörte Häuser, ein landesweiter Stromausfall: Die Karibik-Insel Puerto Rico ist von einem der stärksten Stürme ihrer jüngeren Geschichte getroffen worden.

Hurrikan „Maria“ raste am Mittwoch mit Windgeschwindigkeiten bis zu 250 Stundenkilometern über das US-Außengebiet hinweg. Mindestens ein Mensch starb, wie Gouverneur Ricardo Rosselló dem US-Sender CNN bestätigte. Landesweit brach das Stromnetz zusammen. Es werde im schlimmsten Fall Monate dauern, bis die rund 3,4 Mio. Bewohner wieder Elektrizität hätten.

Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami gab in der Nacht zu Donnerstag immerhin Entwarnung für die Insel. Der Sturm der Stärke 3 bewege sich rund 85 Kilometer von der im Osten gelegenen Stadt Punta Cana mit bis zu 185 Kilometern pro Stunde nordostwärts und solle am heutigen Donnerstag an der Dominikanischen Republik vorbeiziehen. Danach werde sich „Maria“ weiter in Richtung Bahamas bewegen. Unklar ist noch, ob der Hurrikan am Wochenende das US-Festland treffen könnte.

Der Sturm hatte auf seinem Zug durch die Karibik auch schwere Verwüstungen auf der Insel Dominica und im französischen Überseegebiet Guadeloupe angerichtet. In Dominica starben nach Angaben der Behörden mindestens 14 Menschen, aus Guadeloupe wurden zwei Tote gemeldet.

Hurrikans entstehen, wenn das Wasser der Ozeane mindestens 26 Grad warm ist und stark verdunstet. Dann steigt feuchte, warme Luft nach oben, die zu wirbeln beginnt und dem Sturm Energie gibt.

In Puerto Rico verwandelten sich durch „Maria“ binnen eines Tages Straßen in Flüsse, Hausdächer flogen umher, Autos wurden wie Spielzeug umgeworfen und zahllose Bäume entwurzelt. „Puerto Rico wird, wenn wir das überstanden haben, definitiv eine zerstörte Insel sein“, sagte der Direktor der Notfallbehörde, Abner Gómez. Es wurden 500 Notunterkünfte auf der ganzen Insel eingerichtet. Puerto Rico wurde zuletzt 1928 von Hurrikan „San Felipe“ stark getroffen.

Gouverneur Rosselló sagte CNN, ein Mann sei von einem Brett erschlagen worden, das der starke Wind von einem Haus gerissen habe. Über weitere Opfer sei noch nichts bekannt. „Wir haben immer noch kaum Informationen“, erklärte er. Es sei noch nicht möglich, mit dem Südosten der Insel Kontakt aufzunehmen.

Im ganzen Land sei der Strom ausgefallen. Die Wiederherstellung auf dem vorherigen Niveau ist eine der größten Herausforderungen. San Juans Bürgermeisterin Carmen Yulin Cruz sagte, dies könne bis zu vier Monate dauern. Es wurden hunderte Notunterkünfte errichtet. Die Zeitung „El nuevo dia“ berichtete von Plünderungen, elf Menschen wurden festgenommen.

Gouverneur Rosselló verhängte zudem eine nächtliche Ausgangssperre von sechs Uhr abends bis sechs Uhr morgens, die bis Samstag gelten soll. Er rief zur Ruhe auf und sprach von „schwierigen Tagen für Puerto Rico“. Rosselló forderte US-Präsident Donald Trump auf, für die gesamte Insel den Katastrophen-Zustand zu erklären, um rasche Hilfsmaßnahmen zu veranlassen. „Das ist ein Sturm ohne Beispiel.“

Noch ist der Flughafen von San Juan geschlossen. „Es gibt einige Schäden, aber der Airport ist nicht zerstört worden, wie es in sozialen Medien verbreitet worden ist“, teilte der Flughafen mit.

Der für die Zusammenarbeit mit der US-Regierung zuständige Carlos Mercader sagte, dass es schnelle Unterstützung aus den USA geben solle. Starke Winde und der Regen seien aber ein Hindernis. Es gebe eine Reihe von Flugzeugen und Schiffen, „die bereit sind, ihren Einsatz zu starten, um mit aller Kraft den Wiederaufbau zu beginnen“, sagte Mercader dem US-Sender CNN.

Trump schrieb auf Twitter: „Gouverneur Ricardo Rosselló – wir sind bei Ihnen und den Menschen in Puerto Rico. Bleibt in Sicherheit!“ UN-Generalsekretär António Guterres ließ mitteilen: „Die Vereinten Nationen stehen bereit, um allen von diesem jüngsten Hurrikan betroffenen Nationen und Territorien zu helfen.“ (dpa)

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