Insolvenz-Folgen

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Air Berlin stellt eigene Linienflüge ein

In knapp drei Wochen dürfte letztmals eine Maschine mit AB-Flugnummer unterwegs sein. Das teilte CEO Thomas Winkelmann in einem Brief an die Mitarbeiter mit. Die nicht-insolventen Töchter Niki und LGW führen ihren Flugbetrieb im November fort.

von Georg Jegminat, 09.10.2017, 13:46 Uhr

Die jüngsten Nachrichten setzen die Arbeitnehmer-Vertreter bei Air Berlin unter massiven Druck, einen Sozialplan auszuhandeln. Denn in einem heute verschickten Brief an die Mitarbeiter teilen Geschäftsführung und Insolvenz-Verwalter mit: „Ein eigenwirtschaftlicher Flugverkehr (also Flugverkehr unter dem Iata-Airline-Code AB) im eröffneten Insolvenz-Verfahren ist nach gegenwärtigem Erkenntnisstand spätestens ab dem 28. Oktober nicht mehr möglich.“ Davon nicht betroffen sind die österreichische Tochter Niki und die Regionalfluggesellschaft LGW.

Bis Ende Oktober wollen Geschäftsführer und Insolvenz-Verwalter die Kaufverträge mit Investoren abgeschlossen haben. Mit Lufthansa und Easyjet wird bis zum 16. Oktober exklusiv verhandelt werden. „In wenigen Tagen werden wir mehr wissen“, so CEO Thomas Winkelmann mit Blick auf den Thermin. Da aber die EU-Kommission diesen Übertragungen von Geschäftsteilen zustimmen muss, wird sich der endgültige Verkauf der Air-Berlin-Teile noch mindestens vier Wochen, vermutlich sogar länger, hinziehen. In dem Brief wird ausgeführt: „Für den Zeitraum bis zur kartellrechtlichen Genehmigung werden durch die Air Berlin Dienstleistungen im Bereich des sogenannten Wet Lease erbracht.“

Dramatischer Flugplan-Wechsel

Dieser Wet-Lease-Betrieb enthält die bisher 38 Flugzeuge, die Air-Berlin-Crews für die Lufthansa-Töchter Eurowings und Austrian Airlines operieren. Fraglich ist, ob die potenziellen Investoren die wirtschaftliche Verantwortung für weitere Teile der AB-Flotte, die sie übernehmen wollen, zum November übernehmen.

Als Begründung für den Einschnitt am 28. Oktober wird notiert: Im Rahmen des eröffneten Insolvenz-Verfahrens dürfe der Betrieb nur weitergeführt werden, wenn dadurch „keine Masseschmälerung zu Lasten der Gläubiger“ eintritt. Das Restvermögen dürfe also nicht genutzt werden, um weitere Verluste abzudecken. Denn das Insolvenz-Verfahren hat zum Ziel, den Gläubigern möglichst viel von ihren ausstehenden Forderungen zurückzuzahlen.

Werden die Kaufverträge mit den Investoren erst umgesetzt, muss das insolvente Unternehmen seinen Betrieb Zug um Zug einstellen. Damit wird spätestens zum Jahresende gerechnet, wenn die EU-Kommission grünes Licht gegeben hat.

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