Jahresrückblick | Geschäftsreisen 2017

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Höhere Kosten und drastisches Sparen

Air-Berlin-Pleite, neue GDS-Gebühren, verschärfte Hotel-Stornofristen: Geschäftsreisen werden teurer. Zugleich setzen Konzerne wie Siemens radikal den Rotstift im Business Travel an.

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von Oliver Graue, 12.12.2017, 07:20 Uhr
Oliver Graue blickt zurück auf das Geschäftsreisejahr 2017.
Foto: Shutterstock/fvw

Natürlich blieb auch die Business-Travel-Branche nicht von ihr verschont: der lange erwarteten und doch so plötzlich eingetretenen Air-Berlin-Pleite. Die Verbände und Travel Manager schlugen Alarm, warnten vor neuen Lufthansa-Monopolen und steigenden Preisen. Und sie behielten Recht, zumindest vorerst: Travel Manager großer Unternehmen sprechen von Kostensteigerungen um 15 bis 30 Prozent bei innerdeutschen Flügen.

In der Bahn sehen viele keine wirkliche (Preis-) Alternative: Auch sie hat an der Preisschraube gedreht, und sowohl auf der Schiene als auch in der Luft fehlen die von der Wirtschaft benötigten Kapazitäten. Jetzt, so sagen viele Geschäftsreise-Entscheider, wollen sie ihren Fokus mehr denn je auf Reisevermeidung legen. Denn ein Business Trip, der nicht gebucht wird, ist in jedem Fall die billigste Lösung.

Siemens streicht Reise-Etat radikal

Sparen, sparen, sparen – und das trotz boomender Wirtschaft und Rekordgewinnen. Der Siemens-Konzern, der in Deutschland über den höchsten Geschäftsreise-Etat aller Unternehmen verfügt (1,8 Mrd. Euro), will im kommenden Jahr kräftig den Rotstift ansetzen. Trotz eines Gewinns von 6,1 Mrd. Euro – soviel wie nie zuvor – werden nicht nur Werke geschlossen und Mitarbeiter entlassen, es wird auch im Travel Management gekürzt, was das Zeug hält.

Um 500 Mio. Euro soll Travel-Chef Thorsten Eicke seine Kosten verringern und die Kollegen zu Videokonferenzen als Reiseersatz animieren. Und gemunkelt wird bereits, dass Siemens sein eigenes Travel Management komplett aufgibt und diese Aufgaben stattdessen an externe Dienstleister vergibt.

Ärger über neue Vertriebsgebühren

Dass im Flugsegment höhere Kosten auf die Unternehmen zukommen werden, dazu trägt auch die sogenannte GDS-Gebühr bei. Nachdem Lufthansa dieses Zusatzentgelt im vergangenen Jahr für die klassischen Reisebüro-Buchungen via Reservierungssystem (GDS) eingeführt hatte, sind mit British Airways, Iberia, Air France und KLM nun weitere große Fluggesellschaften gefolgt.

Noch mehr als die daraus folgende Ticket-Verteuerung bereitet den Travel Managern jedoch die Technik Kopfschmerzen: Bei Direktbuchung verzichten die Airlines zwar auf die neue Gebühr, allerdings setzt jede Fluggesellschaft dabei auf eine andere Technologie. Zumindest British Airways und Air France/KLM wollen sich das NDC-Konzept zunutze machen.

 
 
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