Kaliningrad (Update)

(0)

Visum bei Einreise genügt nicht mehr

Wer für bis zu 72 Stunden das ehemalige Königsberg besucht, musste bislang vor der Reise kein Visum bei der Botschaft beantragen. Diese Regelung gilt leider nicht mehr.

von Oliver Graue, 16.03.2016, 15:30 Uhr
Von Königsberg sind nach dem Krieg nur wenige Gebäude übrig geblieben.
Foto: Gl0ck33 | Dreamstime.com

Das ehemalige Königsberg war für Touristen aus Staaten des Schengener Abkommens, also auch aus Deutschland, bislang vergleichsweise einfach zu bereisen. Für einen Aufenthalt bis maximal 72 Stunden brauchte kein Visum vor Abreise beantragt zu werden. Es wurde direkt am Flughafen oder an der Grenze ausgestellt.

Leider hat Russland diese besucherfreundliche Regelung gekippt. Bis auf weiteres gilt für Königsberg nun dieselbe Regelung wie für den Rest der Russischen Föderation auch: Wer in die einst ostpreußische Stadt reisen will, muss ein klassisches Visum beantragen und damit vergleichsweise hohe bürokratische Hürden überwinden.

Für die Einreisegenehmigung nötig sind ein Einladungsschreiben, Reisebestätigung, ausgefüllter Visumantrag, Passbild 3,5×4,5 cm, Reisepass mit noch 6-monatiger Gültigkeit über das Ende der Reise hinaus, Krankenversicherungsnachweis, Nachweis eines regelmäßigen Einkommens durch Arbeits- und Verdienstbescheinigung bzw. Registrierung der eigenen Firma.

Eine Reisebestätigung wird von einem bevollmächtigten Mitarbeiter des Reiseveranstalters unterschrieben und mit einem Stempel dieses Reiseveranstalters versiegelt. Es reicht in aller Regel, wenn über den Veranstalter das Hotel in Kaliningrad gebucht wird, um die Einladung zu erhalten.

Elektronisches Visum in Planung

Als Alternative zum 72-Stunden-Visum sollte bis spätestens Sommer 2017 über die Einführung eines elektronischen Visums für Kurzaufenthalte für das Kaliningrader Gebiet entschieden werden. Bislang liegt ein solcher Beschluss jedoch nicht vor. Ein Datum, zu welchem eine neue Regelung in Kraft tritt, ist nicht bekannt. Russischen Informationen zufolge soll die Aufenthaltsdauer dann sogar 7 Tage betragen. Wie schnell die Neuregelung kommt, dürfte vor allem von der Entwicklung der politischen Beziehungen zwischen EU und Russland abhängen.

Bislang hatte es das „Visum bei Einreise“ sowohl am Flughafen in Königsberg als auch an den beiden russisch-polnischen Grenzübergängen Bagrationowsk und Mamonowo gegeben. So hatten Kaliningrad-Besucher auch die Möglichkeit, von Deutschland aus nach Danzig zu fliegen und von dort eine preisgünstige Linienbusverbindung nach Königsberg zu nehmen, welche einen dieser beiden Übergänge nutzt. Natürlich sind auch Flüge möglich, allerdings existieren derzeit keine Direktstrecken nach Königsberg. Mit LOT Polish Airlines funktioniert es beispielsweise über Warschau.

Reisebestätigungen sind wie beschrieben von den Veranstaltern zu bekommen, bei denen das Hotel gebucht wird. Dies ist auch bei einigen der Reiseagenturen möglich, die bislang auch das 72-Stunden-Visum besorgen konnten. Inzwischen können sie lediglich noch die für die Visumsbeantragung zuständige Einladung und bestätigte Hotelbuchung zusenden.

Insgesamt sind die Hotelpreise angesichts der derzeitigen Rubelschwäche vergleichsweise niedrig. Gute Zimmer sind bereits ab 35/40 Euro zu bekommen. Zu den Agenturen, die Hotelbuchungen ermöglichen, gehört:

Nocturne 
Address: Universitetskaja Ul. 2-G, 236040 Kaliningrad, Russia
Tel: +7 (4012) 469 578, 538 071
Fax: +7 (4012) 453 216
Email: office@nocturne.ru 
Website: http://www.nocturne.ru

Ausreise an jedem Grenzübergang möglich

Die Ausreise aus Russland darf an jedem beliebigen Grenzübergang erfolgen. So lassen sich Kaliningrad-Aufenthalte beispielsweise gut mit der Kurischen Nehrung in Litauen verbinden. Zwischen Kaliningrad und Litauen (Nidden, Klaipeda) fahren ebenfalls Busse, in der Regel zweimal täglich. Von Klaipeda zurück nach Kiel kann man mit der Fähre fahren.

Weitere Business Travel-News

Probleme beim DB-Fahrplan-Wechsel
(0)

Bahn verbessert Kulanzregel für neue Schnellstrecke

Nach den Schwierigkeiten zum Fahrplan-Wechsel entschuldigt sich die Bahn bei ihren Kunden und gelobt Besserung. Für von Verspätungen betroffene Kunden auf der neuen Schnellstrecke Berlin–München kündigt Fernverkehrschefin Birgit Bohle verbesserte Kulanzregeln an. mehr

 

Luftverkehr
(0)

Tunesien für EU-Airlines offen

Acht Jahre lang haben die Verhandlungen über ein Open-Sky-Abkommen zwischen der EU und Tunesien gedauert. Nun ist der Luftverkehrsmarkt fast ganz offen. mehr

 

Flughafen-Projekt im Senegal
(0)

Fraport-Mitarbeiter unter Korruptionsverdacht

Nach einer Razzia beim Frankfurter Flughafen-Betreiber Fraport prüfen die Ermittler die beschlagnahmten Unterlagen. Es geht um den Verdacht der Bestechung. mehr

 

Brände in Kalifornien
(0)

Obdachlose verursachten Feuer von Bel Air

Tausende Feuerwehr-Leute kämpfen seit mehr als einer Woche gegen die Waldbrände in Kalifornien. Nicht alle Feuer sind nur auf Trockenheit zurückzuführen. mehr

 
© 2017 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Impressum AGB Datenschutz Kontakt Media