Lufthansa

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Der schwierige Umgang mit der eigenen Geschichte

In diesen Tagen erscheinen zwei Bücher über die frühe Geschichte der Lufthansa. Der Dax-Konzern leugnet den braunen Teil seiner Vergangenheit nicht, möchte aber auch technische Innovationen und Luftfahrtbegeisterung gewürdigt wissen.

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14.03.2016, 14:44 Uhr
Ein Bild aus den Anfangsjahren der Deutschen Luft Hansa.
Foto: Theod. Müller/commons.wikimedia.org, Gemeinfrei

Die Lufthansa tut sich schwer mit ihrer eigenen Geschichte. Genauer gesagt mit ihrer vor 90 Jahren gegründeten Vorgängergesellschaft Deutsche Luft Hansa, die zunächst eng in die verbotene Wiederaufrüstung des Deutschen Reiches eingebunden war und dann dem Nazi-Regime zu Diensten stand. Das beschreiben in sehr unterschiedlicher Gewichtung zwei Autoren, deren Bücher zum eher krummen 90. Jahrestag auf den Markt kommen.

Das aktuellere Werk stammt vom Bochumer Historiker Lutz Budrass, der sich in „Adler und Kranich“ sehr kritisch mit der Rolle der führenden deutschen Fluggesellschaft von der Gründung 1926 bis zum Erstflug der neugegründeten Lufthansa im Jahr 1955 auseinandersetzt. Er hat viele Fakten zusammengetragen, die nicht so recht zum strahlenden Technik-Image der Kranich-Linie passen wollen. Das Unternehmen leugnet die Vorgänge keineswegs, setzt aber eine eigene, deutlich wohlwollendere und technik-verliebte Publikation des Luftverkehrsjournalisten Joachim Wachtel dagegen.

Juristisch hat der heutige Dax-Konzern nichts mit dem in der Weimarer Republik gegründeten, quasi staatlichen Unternehmen zu tun, sicherte sich aber nach dem Weltkrieg die Markenrechte an Namen, Farbgebung und Kranich-Symbol. 1953 wurde mit der Aktiengesellschaft für Luftverkehrsbedarf (LuftAG) ein Neuanfang gestartet, der im April 1955 in den ersten Linienflügen der neuen Lufthansa mit US-amerikanischen Convair-Propellermaschinen mündete. Zunächst hatten die Alliierten den Deutschen jeden Luftverkehr untersagt.

Budrass' Kritik beginnt mit den personellen Kontinuitäten, die sich vor allem am langjährigen Lufthansa-Präsidenten Kurt Weigelt festmachen lassen. Der damalige Deutsche-Bank-Manager war bereits an der Gründung der ersten Luft Hansa maßgeblich beteiligt und zog auch nach dem Weltkrieg die Strippen, obwohl er als SS-Fördermitglied und Kriegsverbrecher zu zwei Jahren Haft verurteilt worden war. Weigelt wurde Aufsichtsratschef der neuen Lufthansa und blieb bis zu seinem Tod 1968 Ehrenpräsident. Ebenfalls bei beiden Gründungen mittendrin war Görings Luftschutzbeauftragter Kurt Knipfer. „Die Lufthansa war in der ganzen von mir beobachteten Zeit eine staatliche Fluggesellschaft, die von einer hochrangigen und sich dynamisch ergänzenden Beamtenkoalition geführt wurde“, fasst Budrass zusammen.

 
 
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