Air France/KLM-Chef Gumuseli

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Zufrieden mit deutschem Markt

Die Trendmarke Joon sei gut gestartet und eine Expansion wahrscheinlich. Zudem halte man am persönlichen Außendienst fest.

von Andreas W. Schulz, 13.03.2018, 11:39 Uhr
Stefan Gumuseli
Foto: AF/KLM

Für Stefan Gumuseli, Deutschland-Chef von Air France/KLM, ist der deutsche Markt äußerst attraktiv. Die Gruppe hat einen Marktanteil von gut zehn Prozent in Deutschland. „Rund 80 Prozent unserer Gäste fliegen über die Drehkreuze in Paris Charles de Gaulle und Amsterdam weiter“, sagt er.

Mit der neuen Lifestyle-Marke Joon zeigt sich Gumuseli zufrieden: „Sie wurde gut auf dem Berliner Markt aufgenommen, auch von den Geschäftsreisenden.“ Bisher seien noch keine weiteren Pläne in Deutschland offiziell. Doch es könne davon ausgegangen werden, dass der gute Start in Berlin zur Expansion ermutige. Joon soll ähnlich wie Eurowings – nur in wesentlich kleinerer Dimension – neben den Europastrecken auch zunehmend Langstrecken aufnehmen.

„Wir planen 18 Mittelstreckenjets mit Airbus A-320 und A-321 und 10 Langstreckenjets, gegenwärtig Airbus A-340, die in vier Jahren komplett durch moderne Airbus A 350 ersetzt werden sollen“, sagt Gumuseli. Joon soll aber nicht in Wettbewerb mit der Billigmarke Transavia treten: „Joon braucht man nicht in den Niederlanden.“

Besonders freue sich Gumuseli, dass auch die Regionaltocher Hop sich im deutschen Markt entwickele. „Regionalstrecken wie Lyon-Nürnberg sind ja keine Selbstläufer und brauchen etwas Zeit, sich zu positionieren“, sagt er. Lyon sei gleichzeitig ein attraktives Drehkreuz für viele innerfranzösische Ziele und werde daher auch von Geschäftsreisenden aus Deutschland genutzt, die sich damit den komplizierteren Weg über Paris ersparten. „Eine Mindest-Umsteigezeit von 25 Minuten in Lyon erleichtert den schnellen Wechsel sehr.“

Dass Geschäftsreisende verstärkt buchten, führt Gumuseli auch auf die besondere Vertriebsstruktur von Air France/KLM zurück: „Wir haben noch einen aktiven Außendienst von 25 Mitarbeitern in Deutschland, die den Kontakt zu ihren Kunden halten und schnell auf besondere Servicefragen reagieren. Insgesamt haben wir 40 Mitarbeiter, die sich um den Verkauf kümmern.“ Damit setze die Fluggesellschaft weiterhin auf einen Weg, der sich von vielen anderen großen Wettbewerbern unterscheidet, welche den Außendienst drastisch verkleinern und in zentrale Strukturen verlagern.

Zugleich setze man auf die digitalisierte Kundenkommunikation und neue Technik. Beides müsse sich nicht ausschließen. Gerade im sensiblen Verhältnis zwischen Firmenkunden und ihren Reisebüros sei oft die entscheidende Schnittstelle der direkte Kontakt zum Airline-Repräsentanten, besonders dann, wenn es einmal brenne.

Stefan Gumuseli begann seine Karriere 2001 bei KLM. Seit Ende 2016 ist er Deutschland-Chef von Air France/KLM.

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