Bahnverkehr

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Flixtrain kommt mit Kampfpreisen – und kleinen Haken

Die Expansion der Flixbus-Mutter Flixmobility geht weiter. Nun wird erstmals eine eigene Zugverbindung angeboten. Der Flixtrain verbindet Hamburg und Köln – zu Kampfpreisen. Doch für die Kunden gibt es im Vergleich zum DB-Angebot auch Nachteile.

von Tobias Pusch, 06.03.2018, 14:24 Uhr
Das Flixbus-Gründerteam Daniel Krauss, Jochen Engert und André Schwämmlein (von links)
Foto: Flixbus

9,99 Euro: Das ist der Kampfpreis, mit dem die Flixbus-Mutter Flixmobility offiziell ins deutsche Bahngeschäft einsteigt. Am 24. März soll der erste Flixtrain durch Deutschland rollen, und zwar auf der Strecke zwischen Hamburg und Köln. Das gab das Unternehmen heute bekannt.

Erste Erfahrungen mit Zügen hat das Unternehmen bereits in den vergangenen Monaten gesammelt. Allerdings nicht als Betreiber, sondern – wie auch bei den Bussen – als Vermarktungs- und Vertriebsplattform. Flixmobility hatte Tickets von Locomore verkauft, dem nach rascher Insolvenz kurzfristig reanimierten Privatzug von Stuttgart nach Berlin. Zur Weihnachtszeit hatten die Münchner zudem kurz den früheren Hamburg-Köln-Express (HKX) wieder aufleben lassen. Nun wird aber erstmals ein Zugprodukt mit dem „Flix“-Präfix gebrandet und in der markanten Firmenfarbe auf die Gleise gestellt.

Der Ein-Klassen-Zug mit der internen Bezeichnung FLX20 fährt die Strecke täglich außer dienstags (Hamburg–Köln) beziehungsweise mittwochs (Köln–Hamburg) pro Richtung je ein Mal. Und das in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu einem Intercity der Deutschen Bahn. In Hamburg startet beispielsweise der Samstags-Zug drei Minuten nach dem IC. In Köln ist der Rückstand dann laut Plan nur minimal angewachsen, und zwar auf sieben Minuten. An anderen Verkehrstagen und in der Gegenrichtung sieht es ähnlich aus.

Der bei einer kurzen Nachschau gefundene Mindestpreis auf der Strecke betrug bei der DB 29,90 Euro, an manchen Tagen lag das Ticket aber auch bei knapp 100 Euro. Allerdings räumte Flixmobility auf fvw-Anfrage ein, dass auch ihre Tickets aufgrund der dynamischen Preisgestaltung in solchen Regionen angeboten werden könnten. Ein institutionalisiertes Rabatt-Modell à la Bahncard sei unterdessen nicht vorgesehen.

Beim genaueren Betrachten des Flix-Angebots fallen auch noch einige weitere kleinere – für den Kunden eher nachteilige – Unterschiede im Vergleich zur DB auf. Zum einen macht der FLX20 nicht in Bremen halt. Grund dafür sind laut Flixbus die Trassengenehmigungen der DB-Netz. Zum anderen sind die Gepäckregeln strenger. Jeder Fahrgast darf nur einen Koffer mit den Maximalmaßen 80 x 50 x 30 Zentimeter und höchstens 20 Kilogramm Gewicht mitnehmen, hinzu kommt ein Handgepäckstück. Der Koffer muss zudem mit Namen und Adresse versehen sein. Ein Zusatzgepäckstück kann vorab für zwei Euro dazu gebucht werden.

Betrieben wird der Flixtrain von der Nürnberger BTE (BahnTouristikExpress). Das traditionsreiche Unternehmen ist unter anderem für seine Auto- und Sonderzüge bekannt. Ab Mitte April soll auch der bisherige Locomore-Zug auf der Strecke Stuttgart–Frankfurt–Hannover–Berlin unter dem Namen Flixtrain verkehren. Hier ist der Betreiber die deutsche Tochter der tschechischen Leo Express.

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