Ermittlungen

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Brandschutz am Airport Köln kritisiert

Hat die Bauaufsicht der Stadt Köln im Falle des Flughafens versagt? Gravierende Mängel beim Brandschutz sollen über Jahre nicht behoben worden sein.

20.11.2017, 11:38 Uhr
Im Terminal 1 vom Kölner Flughafen sind offenbar im Jahr 2015 bemängelte Brandschutz-Klappen erst mehr als zwei Jahre später ausgetauscht worden.
Foto: Köln-Bonn Airport

Die permanenten Umbauten und der Zahn der Zeit haben dem Terminal 1 des Kölner Flughafens offenbar schwer zugesetzt. Nach einem Bericht des WDR-Fernsehmagazins Westpol datiert die jüngste Prüfung der Bauaufsicht aus dem Januar 2014 – und das obwohl es gravierende Mängel in Sachen Brandschutz gegeben haben soll.

So berichtet Westpol über eine brisante Besprechung vom 14. August 2017 zum Thema Brandschutz in dem Passagier-Terminal. Hauptkritikpunkte: zahlreiche Durchbrüche in Decken und Wänden, die nicht fachgerecht verschlossen seien. Dies im Zusammenspiel mit mangelhaften Brandschutz-Klappen könnte im Feuerfall verheerende Folgen mit Todesfällen nach sich ziehen.

Die Kosten für die Wiederherstellung eines adäquaten Brandschutzes in dem Gebäude könnten sich auf bis zu 15 Mio. Euro belaufen. Solch eine Sanierung wurde laut Westpol offenbar gescheut. So sei der Brandschutz längst auch Thema im Aufsichtsrat des Flughafens gewesen. Im Rahmen eines 19-seitigen Berichts der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young war dem Vernehmen nach der Brandschutz eines von fünf durchleuchteten Themen. Alle zusammen nahm der Aufsichtsrat offenbar zum Anlass, den bisherigen Kölner Flughafen-Chef Michael Garvens umgehend zu beurlauben. Ermittelt wird gegen ihn wegen des Verdachts der Untreue.

Garvens betonte in einer Stellungnahme gegenüber Westpol, dass ein detaillierter Brandschutz-Bericht zuvor in jedem Jahr dem Aufsichtsrat vorgelegen habe. Eine Gefahr für „Leib und Leben“ habe weder für Passagiere noch für Mitarbeiter vorgelegen. Die Bauaufsicht der Stadt Köln bestätigte zudem, dass die erkannten Mängel sukzessive ausgebessert werden sollten. Dies solle vorrangig im Zuge der Gesamtsanierung des Gebäudes geschehen. „Diese Vorgehensweise ist sowohl mit dem Prüfsachverständigen als auch dem Brandschutz-Sachverständigen abgestimmt und dem Bauaufsichtsamt bekannt“, heißt es seitens der Kölner Bauaufsicht. (LS)

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