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Warnstreik in Berlin lässt 60 Flüge ausfallen

So manche erste Geschäftsreise des Jahres endete heute morgen, bevor sie angefangen hat: Weil an den beiden Berliner Flughäfen das Sicherheitsportal streikte, fielen 60 Flüge aus, 25 weitere starteten verspätet erst nach 9 Uhr.

07.01.2019, 10:21 Uhr

Zwischen 5 und 8.45 Uhr waren alle Abfertigungen am Flughafen Schönefeld geschlossen, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Viele Flüge wurden laut der An- und Abflugpläne der beiden Airports gestrichen, viele andere hatten mehrstündige Verspätungen. In Tegel und Schönefeld waren mehr als 300 Sicherheitsmitarbeiter in einen Ausstand getreten.

Nach Angaben eines Flughafen-Sprechers wurden an beiden Flughäfen deshalb 60 Flüge gestrichen. In Schönefeld wurden zudem rund 25 Flüge auf die Zeit nach dem Warnstreik verschoben.

In Schönefeld sollte laut aktuellem Flugplan um 7.17 Uhr die erste Maschine ankommen und um 10 Uhr sollten die ersten Flugzeuge starten. In Tegel war für 6.30 Uhr der erste Abflug angekündigt und für 7.15 Uhr die erste Ankunft.

Weitere Gespräche ab 23. Januar

Hintergrund des Warnstreiks waren die bislang ergebnislosen Tarifverhandlungen zwischen dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) und Verdi für etwa 23.000 Beschäftigte der Flugsicherheit. Die Gewerkschaft will einen Stundenlohn von bundesweit 20 Euro bei der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle durchsetzen.

Zum Jahresende war die Friedenspflicht in dem Tarifkonflikt ausgelaufen. Verdi hatte schon vor Weihnachten angedroht, Mitarbeiter könnten außerhalb der Schulferien an „vielen deutschen Flughäfen“ die Arbeit niederlegen. In der Vergangenheit haben Streiks der Gepäck- und Passagierkontrolleure regelmäßig den Flugbetrieb gestört.

Der Ausstand sei ein erstes Warnsignal an die Arbeitgeber, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, sagte ein Verdi-Sprecher. Am 23. Januar sollen die Gespräche fortgesetzt werden. Auf den beiden Airports der Hauptstadt sind laut Gewerkschaft rund 3000 Beschäftigte bei privaten Sicherheitsfirmen angestellt, 2400 davon bei Securitas.

Nach der Verhandlungsrunde im Dezember hatten sich beide Seiten jeweils eine Verzögerungstaktik vorgeworfen. Laut Verdi hatte der BDLS eine Entgelterhöhung von lediglich 1,8 auf 2,0 Prozent pro Jahr bei einer zweijährigen Vertragslaufzeit angeboten. (dpa)

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