Feuer im Cockpit

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Franzosen beurteilen Egyptair-Absturz anders als Ägypter

Vor zwei Jahren starben 66 Menschen beim Absturz einer Egyptair-Maschine im Mittelmeer. Bis heute ist die genaue Unglücksursache nicht geklärt. Ob es überhaupt ganz aufgeklärt wird, ist zudem fraglich.

09.07.2018, 07:56 Uhr

Gut zwei Jahre nach dem Absturz eines Egyptair-Flugzeugs ins Mittelmeer gehen französische Flugunfallexperten von einem Feuer an Bord aus. Die Untersuchungsbehörde BEA teilte mit, dass sie die Hypothese favorisiere, dass ein Brand im Cockpit des Airbus A-320 ausgebrochen sei. Dieser habe sich schnell ausgebreitet und zum Verlust der Kontrolle über die Maschine geführt. Die BEA machte damit Differenzen mit den ägyptischen Behörden deutlich, die den Fund von Sprengstoffspuren gemeldet hatten.

Das Flugzeug stürzte am 19. Mai 2016 auf dem Flug von Paris nach Kairo mit 66 Menschen an Bord ins östliche Mittelmeer. Bei dem Unglück starben alle Insassen, darunter auch 15 Franzosen. Auswertungen von Flugschreiber-Daten haben ergeben, dass sich in einer der Toiletten und im Bereich der Bordelektronik Feuer ausgebreitet hatte. Auch die Untersuchung von Wrackteilen von Flug MS-804 legte nahe, dass der vordere Teil des Flugzeugs großer Hitze und dichtem Rauch ausgesetzt war.

Die ägyptischen Behörden äußerten sich bislang nicht offiziell zu dem neuen Bericht aus Paris. Aus Kreisen der zivilen Luftfahrtbehörde in Kairo hieß es lediglich, dass der ägyptische Generalstaatsanwalt den Fall weiter bearbeite. Vor einigen Wochen habe es zudem noch einen Austausch mit den französischen Kollegen gegeben. Die ägyptische Behörde verwies auf Ergebnisse, die in einem offiziellen Bericht im Dezember 2016 veröffentlicht worden sind.

Die ägyptisch geleitete Untersuchungskommission hatte damals mitgeteilt, dass Rückstände von Sprengstoff an menschlichen Überresten gefunden worden seien. Laut französischer BEA wurde das Dossier daraufhin an die ägyptische Generalstaatsanwaltschaft übergeben, die von einem terroristischen Akt ausgehe. Die französische Flugunfall-Untersuchungsbehörde hob hervor, dass ihr ägyptisches Gegenstück keinen Abschlussbericht veröffentlicht habe, bei dem die Franzosen ihre Meinungsverschiedenheiten darlegen könnten. Sie forderten nun „im Interesse der Luftverkehrssicherheit“, die Untersuchungen zur Feuer-Hypothese fortzusetzen.

In der Vergangenheit gab es zwischen den französischen und ägyptischen Ermittlern immer wieder Differenzen in der Bewertung des Unglücks. Ein französischer Opferverband warf Ägypten nach dem Absturz vor, nur seine Fluggesellschaft in Schutz nehmen zu wollen.

Etwas mehr als ein halbes Jahr vor dem Absturz der Egyptair-Maschine war ein russischer Urlaubsflieger mit mehr als 200 Menschen an Bord nach einer Bombenexplosion über dem Sinai abgestürzt. Ein dort aktiver Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu der Tat. (dpa)

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