Feuer im ICE

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Lokführer erheben schwere Vorwürfe gegen die Bahn

Ursache für den schweren Brand im ICE auf der Strecke zwischen Frankfurt und Köln könnte ein überbrücktes Relais gewesen sein. Das berichtet das Magazin Report Mainz. Die Deutsche Bahn widerspricht jedoch vehement.

07.11.2018, 08:00 Uhr
Raub der Flammen: Am 12. Oktober 2018 brannten zwei Waggons des ICE 3 auf der Schnellfahrstrecke zwischen Frankfurt und Köln.
Foto: imago/Sascha Ditscher

Seit 2008 hat es 39-mal in ICEs der Deutschen Bahn gebrannt. Das erklärte die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) auf Anfrage des ARD-Politikmagazins Report Mainz. In 36 Fällen musste der Zug ganz oder teilweise evakuiert werden. Das haben weitere Recherchen der SWR-Sendung ergeben.

Alleine in diesem Jahr habe es in drei ICEs Feuer oder Rauch gegeben, davon zweimal auf der Schnellfahrstrecke Köln/Rhein-Main. Auch 2006, 2014 und 2017 habe es auf dieser Strecke je einen Brand gegeben. Die Strecke gilt als sehr anspruchsvoll, auf ihr werden nur ICEs der Baureihe 3 planmäßig eingesetzt. Bahnexperte Prof. Markus Hecht begründet die hohe Zahl der Brände auf der Schnellfahrstrecke: „Die Leistungsanforderung dort ist sehr hoch, gleichzeitig gibt es zu wenige Fahrzeuge. In der Folge werden Züge mit Schäden auf die Strecke geschickt.“

Explosion im Kühlkreislauf des Transformators?

Angesichts der Gesamtzahl der Brände in ICEs fordert er: „Wir brauchen eine zuverlässige Bahn. Und eine unsichere Bahn kann nicht zuverlässig sein.“

Zuletzt waren am 12. Oktober dieses Jahres in der Nähe von Montabaur zwei Waggons des ICE 511 völlig ausgebrannt. Im Interview mit Report Mainz bewertet Professor Hecht Zeugenaussagen zu diesem Unfall. Sie deuteten „ganz stark auf eine Explosion im Kühlkreislauf des Transformators hin“. Hecht erklärt weiter: „So etwas tritt auf, wenn das Buchholzrelais nicht funktioniert.“

Bahn überbrückt „gelegentlich“ das Buchholz-Relais

Dieses Bauteil ist dafür zuständig, das Transformatoren-Öl zu überwachen, eine Überhitzung zu melden und notfalls den Transformator abzuschalten. Derzeit wird die Ursache des Brandes von der Bundesstelle für Einbahnunfalluntersuchung ermittelt. Mit einem Abschlussbericht wird erst in einigen Monaten gerechnet.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn räumte gegenüber dem Magazin ein, dass die Deutsche Bahn gelegentlich das Buchholzrelais überbrücke, aber nur bei ICE 1 und ICE 2. Eine Überbrückung des Buchholzrelais sei beim ICE 3 und ICE T grundsätzlich nicht zulässig und in den Wartungsprozessen der Bahn nicht vorgesehen. „Eine Überbrückung ist nach unserem Kenntnisstand bei ICE 3 und ICE T nicht vorgekommen“, so der Bahn-Sprecher.

Lokführer widersprechen der DB-Führung

Ein Lokführer wirft der Bahn dagegen vor, dass sie auch ICE-3-Züge mit einem überbrückten Buchholzrelais fahren lasse. Weitere Lokführer hätten schriftlich berichtet, dass sie schon ICE 3 gesteuert hätten, bei denen eines der Relais überbrückt gewesen sei.

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