Flug-Gipfel

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25 Maßnahmen gegen das Flug-Chaos

Politk und Wirtschaft haben sich auf Schritte gegen Verspätungen und Ausfälle im Luftverkehr geeinigt. Das Drama von 2018 soll sich nicht wiederholen. Verbraucherschützer halten die Ergebnisse für unzureichend.

05.10.2018, 18:53 Uhr
Die Zahl der Flugverspätungen und -ausfälle war im Sommer 2018 in Deutschland extrem hoch.
Foto: GettyImages

Passagiere sollen sich künftig auf ihre Flüge besser verlassen können: Hochrangige Vertreter von Bund, Ländern und der Luftverkehrswirtschaft haben sich auf eine Reihe von Maßnahmen verständigt, um Missstände im Luftverkehr aufzuräumen. Insgesamt wurden 25 Maßnahmen beschlossen. Hier die wichtigsten:Schnellere Sicherheitskontrollen

1. Flughäfen stellen mehr Platz für Sicherheitskontrollen bereit und verstärken zudem das Personal hierfür. Außerdem soll die Aufgabenteilung zwischen Bundesbehörden und Flughäfen flexibler geregelt werden.

2. Die Fluggesellschaften wollen ihre Flugplanung verbessern und die Maschinen vorausschauend warten. Auch wollen sie die Flugpläne entzerren, indem nicht etwa ein und dieselbe Maschine für innerdeutsche und für Ferienflugverbindungen eingesetzt wird.

3. Die Passagiere sollen frühzeitig und umfassend über Ausfälle und Verspätungen informiert werden. Online wollen die Airlines über Beschwerden, Entschädigung und Schlichtung informieren.

4. Koffer von Passagieren, die den Flug verpassen, sollen nicht wieder ausgeladen werden.

5. Bund und Länder wollen mehr Fluglotsen ausbilden und jene, die in der Flugsicherung arbeiten, von Sonderaufgaben entlasten.

6. Der Bund will sich für eine bessere europäische Zusammenarbeit in der Luftfahrt einsetzen. So soll die Struktur der Flugsicherung neu geregelt werden, für die bislang die Bundespolizei zuständig ist. Flughafen-Betreiber wollen dafür selbst Dienstleister beauftragen können.

In diesem Jahr war es wie berichtet zu einem enormen Chaos am Himmel gekommen, da Fluggesellschaften wie die Lufthansa – aber auch Wettbewerber – ihre eigenen Kapazitäten Situation falsch eingeschätzt und daher fehlerhaft geplant haben.

Verbraucherschützer sind enttäuscht

Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale hat der Fluggipfel nur wenig gebracht. „Erst mal hört sich das nur nach guten Absichten an. Konkrete Maßnahmen müssen folgen“, sagte Klaus Müller vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Für Verbraucher sei wichtig, dass ihre Rechte auf dem Papier in der Realität besser durchgesetzt werden könnten. „Hierzu fehlen Vorschläge wie etwa, dass bessere Informationen über Passagierrechte und die zuständige Schlichtungsstelle schon im Flugzeug ausgegeben werden“, monierte Müller.

Der Verbraucherschützer beklagte, dass viele Airlines die berechtigten Ansprüche von Passagieren bei Verspätungen und Annullierungen grundsätzlich erst einmal abblockten. Nur wenige Passagiere wendeten sich an die kostenlose Schlichtungsstelle Öffentlicher Personenverkehr oder nähmen andere Unterstützung in Anspruch. „Das wissen die Fluggesellschaften und nutzen das gnadenlos aus.“

„Airlines blocken bei Entschädigungen“

Die Gründe für das diesjährige Chaos im Luftverkehr waren laut Müller vielfältig, aber sie hätten eines gemeinsam: „Die Reisenden können nichts dafür. Dennoch sind sie die Leidtragenden.“ Egal wie viel sie für ein Flugticket bezahlen, sollten Passagiere erwarten dürfen, dass sie zuverlässig und pünktlich ans Ziel gelangten.

Justizministerin Katharina Barley (SPD) kündigte allerdings an, sie werde jetzt zügig das Gespräch mit den Fluggesellschaften suchen, um bei den Entschädigungsverfahren zu schnellen und guten Lösungen für die Kunden der Airlines zu kommen.

Flughäfen sollen nicht weiter ausbauen

Die Bundesvereinigung gegen Fluglärm forderte, auf weitere Kapazitätserweiterungen an den Flughäfen zu verzichten. Nur so könne der Überlastung des Luftraums wirksam begegnet werden. „Alle Ausbauplanungen in Deutschland sind auf den Prüfstand zu stellen“, betonte Präsident Helmut Breidenbach am Samstag in einer Mitteilung. Zudem sei Fliegen aufgrund steuerlicher Fehlanreize zu billig, Busse und Bahnen würden benachteiligt. „Daher wird das Bekenntnis der Bundesregierung, sich für eine Verlagerung von Kurzstrecken-Flugverkehr auf die Schiene einzusetzen, vermutlich ein Lippenbekenntnis bleiben“, sagte Breidenbach. (OG/dpa)

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