Fünf Tote

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Wie sicher sind Escape Rooms in Deutschland?

Fünf Mädchen starben in Polen, nachdem in einem sogenannten Escape Room ein Feuer ausbrach. Auch in Deutschland sind die „Rätselzimmer“ beliebt – besonders bei MICE-Veranstaltungen.

07.01.2019, 16:17 Uhr
Beim Brand in einem Escape Room in Westpommern starben fünf Mädchen. In Polen wurden Brandschutzrichtlinien bislang offenbar nicht überwacht.
Foto: imago/Eastnews

Mehr als 600 Spielstätten in 100 Städten: Seit ihrer Erfindung vor ungefähr zehn Jahren werden Live Escape Games – oder auch Escape Rooms genannt – auch in Deutschland immer beliebter. Genutzt werden sie nicht nur privat bei Geburtstagsfeiern, sondern auch als Incentive- oder Event-Angebot von Firmen, beispielsweise zum Teambuilding, oder bei Betriebsfesten.

Doch wie sicher sind solche Angebote? In Westpommern starben gerade fünf Mädchen im Alter von 15 Jahren, als es in ihrem Escape Room zu einem Feuer kam. Da es offenbar keine Fluchtmöglichkeiten gab, erstickten sie qualvoll im Rauch. Eine der 15-Jährigen hatte zu ihrer Geburtstagsfeier in die Spielstätte eingeladen.

Teilnehmer sind in Raum gesperrt

Bei einem solchen Live Escape Game sind die Teilnehmer in einem oder wenigen Räumen eingesperrt, aus denen sie sich innerhalb einer vorgegeben Zeit befreien müssen – wie aus einem Gefängnis. Meist bleibt ihnen dazu eine Stunde. Mitunter müssen sie auch höchst anspruchsvolle Aufgaben lösen: etwa einen Mordfall aufklären, einen Diamantenschmuggel organisieren oder die Welt vor einer atomaren Katastrophe retten.

Hinweise und Gegenstände, die ihnen dabei helfen, sind überall versteckt. Manche Anbieter lassen die Teilnehmer die Rätsel auch lösen, ohne dass diese eingesperrt sind. Stattdessen werden sie per Kamera überwacht und via Funkgerät oder Monitor mit Hinweisen versorgt.

Strenger Brandschutz in Deutschland

Dass es dabei auch in Deutschland zu einem tragischen Unglücksfall wie in Polen kommen kann, verneinen die Anbieter von Escape Rooms entschieden. „Die Baurechtsämter schreiben hierzulande klar vor, welche Brandschutzrichtlinien einzuhalten sind“, heißt es in einer Mitteilung des Fachverbands für Live Escape & Adventure Games. „Grundsätzlich ist jede Escape-Game-Betriebsstätte in Deutschland genehmigungspflichtig, und bei der zugehörigen Abnahme werden insbesondere die Brandschutzkriterien überprüft und Nachweise eingefordert.“

Dies war in Polen nicht der Fall gewesen. Offenbar gab es keine wirklichen Kontrollen. Dem Betreiber des Escape Rooms in Polen wird vorgeworfen, keine Fluchtmöglichkeiten aus dem Raum für den Notfalls eingerichtet zu haben. Ihm drohen nun bis zu acht Jahre Haft. Der einzige Weg ins Freie führte über den Nebenraum. Dort aber war das Feuer ausgebrochen.

Polens Escape Rooms fast vollständig unsicher

Polens Regierung leitete sofort Kontrollen der etwa 1100 Escape-Räume ein. Mit bislang negativem Ergebnis: Von 180 Zimmern, die bis gestern überprüft wurden, verstießen 130 gegen die Brandschutz-Vorschriften. Im Katastrophenraum sei die Elektro-Installation provisorisch gewesen, zudem hätten Heizgeräte zu nah an brennbarem Material gestanden, heißt es.

In Deutschland hingegen sei sichergestellt, dass in Notfällen jeder Spieler zu jeder Zeit den Raum über einen Notausgang verlassen könne, führt der Verband aus. Der sehr hohe Stellenwert, den der Brandschutz in Deutschland habe, sei mit der Handhabung in Polen nicht vergleichbar. Hierzulande seien immer zwei Rettungswege sowie Notfallknöpfe vorgeschrieben.

Zudem sicherten sich viele Anbieter darüber hinaus ab: Spielleiter könnten auch von sich aus die Teilnehmer jederzeit aus dem Raum herausholen, sagt Fabian Erdmann, Betreiber des Kölner Unternehmens Collaboratio. Andere Betreiber berichten, dass die Türen automatisch aufgehen, wenn es zu Problemen wie beispielsweise einem Stromausfall komme. (OG)

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